14. Deutscher Volkshochschultag – Digitale Teilhabe für alle! 9.-10.6.16, Berlin

06.06.2016 Hirschmann Abgelegt in Erwachsenenbildung, Weiterbildung | Kommentieren » |

14. Volkshochschultag 2016 - Digitale Teilhabe für alle!

Unter dem Motto „Digitale Teilhabe für alle!“ veranstaltet der Deutsche Volkshochschul-Verband e.V. (DVV) am 9. und 10. Juni 2016 in Berlin den 14. Deutschen Volkshochschultag.
Bundespräsident Joachim Gauck wird den Kongress am 9. Juni um 12 Uhr feierlich eröffnen. Am zweiten Kongresstag wird Bildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka eine Grundsatzrede halten.
Was wie ein Startschuss klingt, ist in Wirklichkeit ein ernst nehmen und ausbauen von bereits vielfältig vorhandenen Ideen, Erprobungen, Angeboten und Aktivitäten der Volkshochschulen und ihrer Verbände, die sich das Thema digitale Bildung in vielfältiger Weise bereits erschlossen haben und weiter erkunden.
Der Deutsche Bildungsserver begleitet den Volkshochschultag 2016 mit einem Dossier und stellt deren Aktivitäeten und Angebote zu digitaler Bildung vor.
Hier die Inhaltsübersicht des Dossiers:

 Dossier Deutscher Bildungsserver
  • g+
  • Twitter-Logo
  • Facebook-Logo
  • Delicious-Logo

Über alle Bildungsbereiche hinweg lassen sich freie Bildungsmedien nur vernetzt effektiv nutzen – Machbarkeitsstudie zu Infrastrukturen für Open Educational Resources (OER) empfiehlt Verzahnung vielfältiger Angebote statt eines zentralen Servers für digitale Lernobjekte

18.02.2016 Hirschmann Abgelegt in Bildungsforschung, Bildungsinformation, Bildungspolitik, Erwachsenenbildung, Hochschule, Medienkompetenz, Open Access, Open Educational Resources, Schule, Weiterbildung | Kommentieren » |

 OER Machbarkeitsstudie DBS

Politik und Bildungspraxis diskutieren zunehmend die Nutzung von Open Educational Resources (OER). Diese frei im Internet verfügbaren und veränderbaren digitalen Bildungsmedien eröffnen vielfältige pädagogisch-didaktische Einsatzmöglichkeiten. Eine aktuelle Machbarkeitsstudie ist der Frage nachgegangen, welche Infrastrukturen benötigt werden, um die über alle Bildungsbereiche hinweg dezentral verteilt vorliegenden OER bestmöglich zugänglich zu machen. Kernergebnis: von den an der Studie beteiligten Expertinnen und Experten wird eine Infrastruktur, die eine Vielzahl von OER-Angeboten vernetzt, bevorzugt. Ein einzelner, zentraler Server für alle digitalen Lernobjekte gilt dagegen als nicht funktional und fände kaum Akzeptanz bei Anbietern und Nutzern von OER.

Die Studie wurde von einem Team des am DIPF koordinierten Deutschen Bildungsservers in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Mediendidaktik und Wissensmanagement und dem Learning Lab der Universität Duisburg-Essen erstellt. Auftraggeber war das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Das Ziel der Studie bestand darin, Bedarfe und Voraussetzungen für eine Förderung von OER-Infrastrukturen zu klären. OER kommen in den einzelnen Bildungsbereichen bislang unterschiedlich intensiv zum Einsatz. Auch der Aufbau von Portalen und Nachweissystemen ist nicht auf dem gleichen Stand. Die Studie hat neben bereichsspezifischen Entwicklungsbedarfen auch gezeigt, dass „vor allem Communitys in Bereichen mit etablierten OER-Angeboten die Bedeutung von Eigenständigkeit, Subsidiarität und Nutzerbindung betonen und für eine verteilte Nachweisstruktur plädieren“. Vor diesem Hintergrund kommt die Studie zu folgenden Empfehlungen:

  • Fördermaßnahmen sollten Anreize für den Aufbau beziehungsweise die Vernetzung von Repositorien und Nachweissystemen in Bereichen schaffen, in denen OER bislang eine geringe Rolle spielen (zum Beispiel in der beruflichen Bildung und der Erwachsenenbildung).
  • Es wird empfohlen, OER-Referenzsysteme und entsprechende Materialien zu pädagogisch oder bildungspolitisch besonders relevanten Themen (zum Beispiel zur Inklusion) aufzubauen.
  • Als zentrale Komponente einer vernetzenden Infrastruktur schlägt die Studie einen Service zum Austausch von Metadaten vor. Dieser sollte die dezentralen OER-Bestände im Sinne eines Nachweissystems integrieren und ihre Auffindbarkeit unterstützen.

Die Studie wurde von April bis Oktober 2015 im Dialog mit allen relevanten Akteursgruppen und unter Anwendung verschiedener Methoden durchgeführt. Dazu zählten vergleichende Literatur- und Best-Practice-Analysen, leitfadengestützte Interviews sowie Expertenworkshops und -reviews.

Die Studie steht online auf dem Dokumentenserver pedocs zur Verfügung.

  • g+
  • Twitter-Logo
  • Facebook-Logo
  • Delicious-Logo

Bildungschancen für Flüchtlinge in Deutschland – ein Überblick. Ein neues Dossier des Deutschen Bildungsservers informiert über Grundlagen für Asylsuchende und ihre Möglichkeiten in den einzelnen Bildungsbereichen

02.09.2015 Hirschmann Abgelegt in Bildungsinformation, Erwachsenenbildung, Flüchtlinge | Kommentieren » |

Plakat: Flüchtling ist kein Beruf
Jorge Díaz: Flüchtling ist kein Beruf
Flickr CC BY-SA 2.0
Ausschnitt des Originals
Kampagne von ARRIVO BERLIN

Die vielen Flüchtlinge, die derzeit nach Deutschland kommen, stellen die gesamte Gesellschaft vor große Herausforderungen. Eine Schlüsselrolle kommt dabei dem Bildungswesen zu. Denn Bildung eröffnet den Zufluchtsuchenden – darunter viele Kinder und Jugendliche – neue Chancen und erleichtert die Integration. Doch wie sind Fragen der Bildung von Flüchtlingen in Deutschland eigentlich geregelt, welche Möglichkeiten bieten sich ihnen in den einzelnen Bildungsbereichen und welche grundlegenden Übersichten und unterstützenden Materialien gibt es?
Antworten auf diese Fragen gibt ein neues Dossier des Deutschen Bildungsservers. Interessierte erhalten einen systematischen und redaktionell aufbereiteten Überblick über Online-Quellen zu dem Thema.

Eingangs verlinkt das Dossier auf verschiedene Basisinformationen zu Asyl in Deutschland – zu rechtlichen Grundlagen und zum Verfahren, zu aktuellen Zahlen und relevanten Institutionen. Anschließend befasst sich die Informationssammlung eingehend mit den unterschiedlichen Bildungsbereichen: Die Leserinnen und Leser erfahren unter anderem mehr zur Betreuung von Flüchtlingskindern in Kitas, zur Umsetzung des Rechts auf Schule in den einzelnen Bundesländern, zu Unterrichtsmaterialien rund um die Themen Migration, Flucht und Asyl, zu Förderinitiativen, die den Flüchtlingen den Zugang zu Ausbildung und Studium erleichtern sollen, sowie zum Einstieg in den Arbeitsmarkt und zur Sozialarbeit mit jungen, oft unbegleiteten Asylsuchenden.
Nicht zuletzt können die Nutzerinnen und Nutzer über das Dossier eine Suche nach Fort- und Weiterbildungen für Fachkräfte und Flüchtlinge in der Metasuchmaschine InfoWeb Weiterbildung aufrufen.

Internetadresse des Dossiers:
www.bildungsserver.de/Fluechtlinge-in-Deutschland-Bildungsaspekte-im-Fokus-11422.html

Der Deutsche Bildungsserver ist der zentrale Internet-Wegweiser zum Bildungssystem und wird als Gemeinschaftsservice von Bund und Ländern im Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) koordiniert.

Kontakt:
Dossier: Andrea Völkerling, voelkerling@dipf.de
Presse: Philip Stirm, stirm@dipf.de
 

  • g+
  • Twitter-Logo
  • Facebook-Logo
  • Delicious-Logo

Die OER Whitepaper für Weiterbildung und Hochschule sind online!

07.05.2015 Hirschmann Abgelegt in Bildungsinformation, Bildungspolitik, Diskussion, Erwachsenenbildung, Hochschule, Open Access, Open Educational Resources, Weiterbildung | 1 Kommentar » |

Die Diskussion um die Erstellung und Nutzung von Open Educational Resources (OER) hat zur Entstehung weiterer Whitepaper geführt – diesmal für die Bereiche Hochschule und Erwachsenenbildung/Weiterbildung. Am 4.5.2015 wurden die beiden Whitepaper im Rahmen einer Podiumsdiskussion in Berlin offiziell vorgestellt und stehen nun online zur Verfügung.
Die Paper liefern neben einer Bestandsaufnahme der Situation in Deutschland auch einen Blick auf künftige Entwicklungen und deren mögliche Einflüsse auf die OER-Debatte und geben einen Einblick in die Diskussionen im Ausland.

OER-Whitepaper Weiterbildung
 
 
Whitepaper Open Educational Resources (OER) in Weiterbildung/Erwachsenenbildung – Bestandsaufnahme und Potenziale 2015
 
 
 
 
 
 
 
OER-Whitepaper Hochschule
 
 
Whitepaper Open Educational Resources (OER) an Hochschulen in Deutschland – Bestandsaufnahme und Potenziale 2015
 
 
 
 

  • g+
  • Twitter-Logo
  • Facebook-Logo
  • Delicious-Logo

4. Mai 2015 in Berlin: Podiumsdiskussion anlässlich der Veröffentlichung der Whitepaper: Open Educational Resources in Hochschule und Weiterbildung

20.04.2015 Hirschmann Abgelegt in Bildungsinformation, Bildungspolitik, Diskussion, Erwachsenenbildung, Hochschule, Medienkompetenz, Open Educational Resources, Weiterbildung | Kommentieren » |

OER in Hochschule und Weiterbildung
 
Viele Akteure sehen in Open Educational Resources (OER) – also frei zugänglichen und editierbaren Materialien ein Mittel für eine bessere und partizipativere Bildung. Das Thema hat es auf die politische Agenda geschafft: die OECD, die UNESCO, die EU-Kommission, die Bundestagsfraktionen von CDU und SPD – sie alle fordern den stärkeren Einsatz von OER in der Bildung.
Einige Bundesländer arbeiten bereits an Modellen zur Einführung in den Schulunterricht. Aber wie sieht die konkrete Nutzung in Deutschland aus? Werden OER bereits jenseits von Pilotprojekten in der Breite eingesetzt? Und vor allem: Wie stellt sich die Situation jenseits der Debatte um den Schulbereich dar? Zwei Autorenteams um Jöran Muuß-Merholz sind diesen Fragen auf den Grund gegangen. Das Ergebnis sind zwei Whitepaper, die sich mit OER in der Hochschule und in der Weiterbildung befassen. Am Vorabend der re:publica werden die Ergebnisse der beiden Publikationen im Rahmen einer Podiumsdiskussion zu der die Bertelsmann Stiftung zusammen mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft einlädt, präsentiert und diskutiert.
Als zweiter Impulsgeber wird Dr. Dominic Orr dabei sein, der die Arbeit der OECD zu OER in den vergangenen Jahren entscheidend mitgestaltet hat.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldungen unter: https://www.bertelsmann-stiftung.de/index.php?id=595.
Die Veranstaltung wird als Livestream auf www.hochschulforumdigitalisierung.de abrufbar sein. Unter dem Hashtag #OERde kann auf Twitter mitdiskutiert werden.
 

  • g+
  • Twitter-Logo
  • Facebook-Logo
  • Delicious-Logo

OER in der Weiterbildung? – Aus dem MOOC „Gratis Online Lernen“ #gol14 : Lernen mit kostenlosem Onlinematerial – wer zahlt?

11.12.2014 Hirschmann Abgelegt in Digitale Bildung, Diskussion, Erwachsenenbildung, Lebenslanges Lernen, Lernen, Open Educational Resources, Weiterbildung | 3 Kommentare » |

Dr. Sandra Schön – BIMS e.V. | Salzburg Research und Univ.-Doz. Dr. Martin Ebner, Universität Graz führen seit dem 20. Oktober 2014 einen MOOC durch, der sich mit dem Thema „Gratis Online Lernen“ – #gol14 beschäftigt. In dem Kurs wird gezeigt, wie es am besten gelingt, sich kostenfrei mit dem Internet weiterzubilden. Der Online-Kurs ist als sogenannter xMOOC ausgelegt. Dies bedeutet, dass es sich um ein Angebot handelt, das im Wesentlichen Materialien zum Selbstlernen zur Verfügung stellt und parallel für Austauschmöglichkeiten unter den Lernenden sorgt (Diskussionsforum). Eine sehr intensive Betreuung durch Lehrende und Tutoren ist jedoch nicht vorgesehen.
Wer mehr über die verschiedenen Formen von MOOCs wissen möchte, kann sich auf dieser Seite: Offene Online-Kurse. Massive open online courses – Moocs dazu informieren.
Im Rahmen dieses Kurses nun geht es auch um das Lernen mit kostenlosen Materialien im Internet. Sandra Schön hat diese Woche die 5. Videolerneinheit zum Kurs #gol14 in ihrem Blog veröffentlicht. In dem Beitrag wird danach gefragt, warum und wie Materialien kostenlos angeboten und genutzt werden können: Was darf ich? Was kann ich? Was gebe ich dafür?.
Schon seit längerem wird auch beim Deutschen Bildungsserver die Diskussion zur Bedeutung von Open Educational Resoruces (OER) in der Weiterbildung verfolgt und begleitet. Die Frage nach den Kosten und wer dafür aufkommt, ist in diesem Bildungsbereich von besonderer Bedeutung, da die häufig von den Lehrenden und Dozenten selbst entwickelten Unterrichtsmaterialien ein Bestandteil ihres eigenen Marktwertes sind und daher auch wesentlich zu ihrem Broterwerb beitragen. Der Videobeitrag zeigt, warum es dennoch interessant sein kann, Bildungsmaterialien zur freien Verwendung zur Verfügung zu stellen: wenn die Erstellung der Materialien beispielsweise gefördert wurde, oder um das Marketing für die eigenen Dienstleistungen und die eigene Expertise zu unterstützen.
Gleichzeitig wird durch diesen Beitrag aber auch klar, dass der freie Zugang zu Bildung und zu Bildungsmaterialien von den Lernenden verlangt, verantwortlich damit umzugehen und u.a. danach zu fragen, wie diese Kostenfreiheit entsteht, welche Regeln dafür gelten und wie ein solches Privileg finanziert wird.

  • g+
  • Twitter-Logo
  • Facebook-Logo
  • Delicious-Logo

Jetzt erschienen: Zeitschrift Weiterbildung, Heft 2/2014: Digitale Medien – Lernen ohne Grenzen

09.04.2014 Hirschmann Abgelegt in Bildungsforschung, Digitale Bildung, Erwachsenenbildung, Open Educational Resources, Weiterbildung | Kommentieren » |

  
ZS WB 2/2014

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Weiterbildung mit dem Schwerpunkt „Digitale Medien – Lernen ohne Grenzen´´ entstand in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Bildungsserver und ist nun erschienen. U.a. mit einem Interview mit Jochen Robes: „Mehr als Blended Learning!´´.
Ingo Blees und Axel Kühnlenz plädieren in ihrem OER-Beitrag für freien Wissenserwerb auch in der Weiterbildung.
Die Themen E-Learning und MOOCs sind zudem Gegenstand mehrerer Beiträge.
– Editorial von RA Jörg E. Feuchthofen und Doris Hirschmann
– Linkempfehlungen zum Schwerpunkt von Renate Tilgner
– Inhaltsverzeichnis des Hefts
 
 
 
 

  • g+
  • Twitter-Logo
  • Facebook-Logo
  • Delicious-Logo

Gastbeitrag: Prof. Dr. Beatrice Rammstedt & Daniela Ackermann: PIAAC – Grundkompetenzen Erwachsener: Ergebnisse und Ausblick

17.12.2013 Hirschmann Abgelegt in Bildungsforschung, Erwachsenenbildung, Leistungsvergleichsstudien | Kommentieren » |

Seit der Veröffentlichung der PIAAC-Studie wird die Expertise der Projektleiterin für PIAAC in Deutschland Prof. Dr. Beatrice Rammstedt und ihrer Mitarbeiterin Daniela Ackermann permanent sehr stark nachgefragt. Aber sie haben nun Zeit gefunden, unserer Bitte nachzukommen, und sich zu einem Beitrag über PIAAC bereit erklärt. Wir freuen uns sehr, dass damit die Reihe der Gastbeiträge im bildungsserverBLOG zu PIAAC fortgesetzt werden kann, und wünschen eine interessante Lektüre.
Noch ein Hinweis: beim Deutschen Bildungsserver steht ein Dossier zu PIAAC zur Verfügung mit direkten Verweisen auf die Studie, die Kurzfassung, zur Vorgeschichte und einer Auswahl an Stellungnahmen.

Prof_Dr_Beatrice_Rammstedt

 

Prof. Dr. Beatrice Rammstedt ist Projektleiterin (NPM) für PIAAC in Deutschland und Professorin für Psychologische Diagnostik, Umfragedesign und Methodik an der Universität Mannheim sowie wissenschaftliche Leiterin der Abteilung Survey Design and Methodology bei GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften.

 

 

Daniela_Ackermann

 

Daniela Ackermann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im nationalen PIAAC-Team bei GESIS.

 

 

 

PIAAC wurde bereits 2008 von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) initiiert. Am 8. Oktober 2013 wurden nun die Ergebnisse der Studie veröffentlicht, welche in mehr als 20 Ländern Grundkompetenzen Erwachsener im internationalen Vergleich untersuchte. Zum ersten Mal liegen mit PIAAC nun international vergleichende Daten von sehr hoher Qualität über die zentralen Grundkompetenzen Erwachsener vor. Dabei standen Lesekompetenzen, alltagsmathematische Kompetenzen sowie Problemlösekompetenzen im Kontext neuer Technologien im Fokus. Sie bilden eine wichtige Grundlage für die Entwicklung zahlreicher weiterer spezifischer Kompetenzen und Fertigkeiten.

Ergebnisse für Deutschland
Im internationalen Vergleich liegen die Grundkompetenzen für Deutschland in allen drei Domänen mehr oder minder im durchschnittlichen Bereich. So zeigen die Ergebnisse, dass Deutschland eine leicht unterdurchschnittliche Lesekompetenz, eine leicht überdurchschnittliche alltagsmathematische Kompetenz und eine durchschnittliche technologiebasierte Problemlösekompetenz aufweist.

Das unterdurchschnittliche Abschneiden Deutschlands im Bereich der Lesekompetenz ist hauptsächlich durch Schwächen im unteren Leistungsbereich begründet. Bei den leistungsschwächsten Viertel der Deutschen verdoppelt sich der Abstand zum OECD-Durchschnitt. Umgekehrt lässt sich das leicht überdurchschnittliche Abschneiden in der Alltagsmathematik auf Stärken im oberen Leistungsbereich zurückführen.

Betrachtet man die verschiedenen Länder im Vergleich zeigt sich, dass die Kompetenzwerte der meisten Länder recht homogen sind. So liegen die Lesekompetenzwerte von mehr als der Hälfte der Länder in einer Spanne von fünf Punkten um den OECD-Mittelwert. Mit Abstand die höchsten Werte in der Lese- und alltagsmathematische Kompetenzen erzielt Japan; die niedrigsten Werte erreichen Spanien und Italien.

Stärker noch als die Länder untereinander unterscheiden sich verschiedene Bevölkerungsgruppen innerhalb der Länder. Nicht überraschend unterscheiden sich besonders deutlich Personen mit einem unterschiedlichen Bildungsabschluss: So haben – über alle Länder hinweg – Personen mit einem niedrigen Abschluss im Mittel geringere Kompetenzen. Besorgniserregend aus deutscher Perspektive ist in diesem Zusammenhang, dass mehr als die Hälfte der Personen mit maximal einem Hauptschulabschluss nur über sehr geringe Lese- und alltagsmathematische Kompetenzen verfügen. Aufgrund der sehr geringen Grundkompetenzen und des niedrigen Bildungsabschlusses ist zu befürchten, dass diese Personengruppe geringere Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat und somit ebenfalls vergleichsweise geringere Möglichkeiten die Grundkompetenzen im beruflichen Kontext weiterzuentwickeln.

Zwar wurden in PIAAC keine berufsspezifischen Kompetenzen erfasst, die Ergebnisse zeigen jedoch, dass höhere Grundkompetenzen mit Arbeitsmarkterfolg einhergehen. So zeigt sich, dass höhere Grundkompetenzen für die Teilhabe am Arbeitsmarkt relevant sind: Erwerbstätige weisen im Mittel höhere Grundkompetenzen auf als Nicht-Erwerbspersonen oder Erwerbslose. Personen mit geringeren Kompetenzen haben demnach ein erhöhtes Risiko erwerbslos zu sein. Daneben zeigt sich, dass Personen mit höheren Kompetenzen im Mittel auch mehr verdienen, als Personen mit geringeren Kompetenzen. Auch der Bildungshintergrund der Eltern spielt im Erwachsenenal¬ter eine Rolle für Kompetenzunterschiede. Besonders in Deutschland, nur noch übertroffen von den Vereinigten Staaten, besitzen Personen deren Eltern einen niedrigeren formalen Bildungsabschluss haben, auch im Erwachsenenalter geringere Kompetenzen, als Personen deren Eltern einen höheren Abschluss haben.

Insgesamt betrachtet zeigen die Ergebnisse von PIAAC deutlich Parallelen zu den PISA-Ergebnissen der letzten Jahre. Wie in PISA 2000 zeigt sich in PIAAC eine im internationalen Vergleich unterdurchschnittliche Lesekompetenz. Diese ist insbesondere auf Schwächen im unteren Leistungsbereich zurückzuführen. Ebenfalls wie in PISA ist in Deutschland der Effekt der sozialen Herkunft besonders stark ausgeprägt.

Ähnlich wie in den aktuellsten Ergebnissen von PISA, welche Anfang Dezember veröffentlicht wurden, ist auch in PIAAC ein positiver Trend in der Lesekompetenz zu erkennen: Betrachtet man die Lesekompetenz der jüngsten Gruppe, nämlich 16- bis 24-Jährigen, im internationalen Vergleich zeigt sich ein positiveres Bild aus deutscher Perspektive: Die Jüngsten erzielen im Mittel deutlich bessere Lesekompetenzen, welche sich nicht mehr vom internationalen Durchschnitt unterscheiden.

  • g+
  • Twitter-Logo
  • Facebook-Logo
  • Delicious-Logo