Archiv der Kategorie: Erwachsenenbildung

„Wir wissen um die Lernfähigkeit im Alter und machen uns daher um den Bildungsserver keine Sorgen“

FRAGEN AN

Dr. Peter Brandt

Dr. Peter Brandt

 

 Dr. Peter Brandt, Leiter des Daten- und Informationszentrums am Deutschen Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen (DIE) und Redaktionsleiter der DIE Zeitschrift für Erwachsenenbildung. Wir sprechen mit ihm über Erwachsenenbildung, den Deutschen Bildungsserver und die Zusammenarbeit beim InfoWeb Weiterbildung und der FIS Bildung Literaturdatenbank.

 

 

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“Eine überaus fruchtbare Ressource“

Wilfried Frei

Wilfried Frei

FRAGEN AN

Wilfried Frei, dem leitenden Redakteur des österreichischen Portals erwachsenenbildung.at und Geschäftsführer des CONEDU Vereins für Bildungsforschung und -medien.
Wir sprachen mit ihm über Wahrnehmung, Wertschätzung und Herausforderungen des Deutschen Bildungsservers.

Herr Frei, wie wird das Angebot des Deutschen Bildungsservers in Österreich wahrgenommen?

Als ein redaktionell gepflegtes Angebot und nicht als ein Sammelsurium, in das Leute beliebig Informationen hineinwerfen. Für mich ist der Deutsche Bildungsserver eine überaus fruchtbare Ressource! Zugegeben, manchmal bin ich überfordert, wenn über meine abonnierten rss-feeds täglich mehrere Dutzend neue Meldungen hineingespült werden. Aber es zeigt mir, wie viele Inhalte beim DBS gesammelt und publiziert werden – das ist schon phänomenal! Beeindruckend sind auch Vernetzung und Komplexität der Informationen; sie betreffen die unterschiedlichen Ebenen des Bildungssektors und umfassen verschiedenste Institutionen.

Vieles davon ist auch für Österreich relevant?

Ja, nicht nur, weil uns hier vergleichbar potente Datenbanken fehlen: Der Deutsche Bildungsserver ist eine wichtige Quelle von Ressourcen und Informationen für den großen gemeinsamen Bildungsraum in ganz Europa und speziell im deutschsprachigen Raum. Der Fachdiskurs ist nicht an nationale Grenzen gebunden!

Was sind – aus österreichischer Perspektive – die Besonderheiten des Deutschen Bildungsservers?

Eindeutig die personellen Ressourcen und die Struktur, die es benötigt, um ein derart komplexes Medium überhaupt zu betreiben. Aus Sicht der österreichischen Erwachsenenbildung blicke ich da ein bisschen neidvoll darauf. Hier herrscht die Sorge vor, dass eine schulische oder akademische Sicht auf die Erwachsenenbildung dominieren könnte und in die gewachsene „Graswurzelbewegung“ Ansprüche hineingetragen werden, die ihren genuinen Ansprüchen nicht gerecht werden. Der non-formale Sektor versucht sich, durchaus berechtigt, einer solchen Formalisierung zu entziehen – das macht das sektorübergreifende Zusammenarbeiten oft schwierig und abhängig von persönlichen Bekanntschaften und Vertrauen. Für mich stellt sich der DBS als ein hochstrukturiertes System von Zulieferern dar, die Inhalte nicht nur bereitstellen, sondern auch eigens redaktionell aufbereiten. Dass das in den letzten 20 Jahren so gut gelungen ist, finde ich schon sehr beeindruckend.

Und das ist in Österreich nicht machbar?

Ein Beispiel: Wir wollen eine neue Datenbank aufbauen oder integrieren und wissen, dass es im schulischen Bereich etwas Passendes bereits gibt. Wir könnten also gut kooperieren, stoßen aber in unserer eigenen Szene auf die Befürchtung, dass eine solche Übernahme aus anderen Bildungsbereichen die Kultur der Erwachsenenbildung über die Maßen formalisieren würde. Beim Deutschen Bildungsserver gelingt es meiner Wahrnehmung nach sehr gut, die verschiedenen Bereiche zu integrieren und in ihren jeweiligen Eigenarten gut abzubilden.
Sehr inspirierend finde ich auch das Kooperationsnetzwerk des DBS. Ich erlebe hierzulande oft das Gegenteil: Damit unsere Nutzer ihre Inhalte auch teilen, muss ich den Vorteil einer Internetpräsenz immer wieder auf’s Neue kommunizieren.

Stichwort: Chancen und Risiken. Welche Herausforderungen sehen Sie für Bildungsportale?

Die Zugänglichkeit zu Informationen, die wirksame Ansprache von Zielgruppen – das ist ein ganz großes Thema, auch für uns. Wo sind, in Zeiten von lernenden Maschinen und totaler „Googelisierung“, die Grenzen eines Informationsportals, das eine in 20 Jahren gewachsene Struktur hat und zweifellos vieles leistet? Wann wird das endlich? Das frage ich mich auch bei unserem Angebot. Es kommen jüngere Generationen, die das Denken in solchen Katalogen kaum mehr kennen und nutzen.

Was wünschen Sie dem Deutschen Bildungsserver zum 20. Geburtstag?

Dass es ihm gelingt, seinen Nutzerinnen und Nutzern Inhalte mundgerecht anzubieten. Und das bitte nicht mit der unsäglichen Diskussion verbinden, wie wir sie in Österreich kennen: Niedrigschwellige Angebote führen zu einem „Niedergang der Bildung“! Solche elitären Ansprüche verunmöglichen berechtigte Ansinnen.Inhalte gut sichtbar zu machen, auch für Leute, die nicht in Katalogen blättern und nur Google kennen, ist aus meiner Sicht die größte Herausforderung für einen so großen „Link-Katalog“ wie den Deutschen Bildungsserver.


„Die Erwachsenenbildung ist ein guter Seismograph für Entwicklungen in einer Gesellschaft“

Das Redaktionsteam des Deutschen Bildungsservers stellt sich vor.

Doris Hirschmann

Doris Hirschmann

 

Doris Hirschmann studierte in Frankfurt Kulturanthropologie, Europäische Ethnologie, Theater-, Film, Fernsehwissenschaften und Soziologie. Beim Deutschen Bildungsserver betreut sie den Themenbereich Erwachsenenbildung und verantwortet das InfoWeb Weiterbildung.

 

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14. Deutscher Volkshochschultag – Digitale Teilhabe für alle! 9.-10.6.16, Berlin

14. Volkshochschultag 2016 - Digitale Teilhabe für alle!

Unter dem Motto „Digitale Teilhabe für alle!“ veranstaltet der Deutsche Volkshochschul-Verband e.V. (DVV) am 9. und 10. Juni 2016 in Berlin den 14. Deutschen Volkshochschultag.
Bundespräsident Joachim Gauck wird den Kongress am 9. Juni um 12 Uhr feierlich eröffnen. Am zweiten Kongresstag wird Bildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka eine Grundsatzrede halten.

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Über alle Bildungsbereiche hinweg lassen sich freie Bildungsmedien nur vernetzt effektiv nutzen – Machbarkeitsstudie zu Infrastrukturen für Open Educational Resources (OER) empfiehlt Verzahnung vielfältiger Angebote statt eines zentralen Servers für digitale Lernobjekte

 OER Machbarkeitsstudie DBS

Politik und Bildungspraxis diskutieren zunehmend die Nutzung von Open Educational Resources (OER). Diese frei im Internet verfügbaren und veränderbaren digitalen Bildungsmedien eröffnen vielfältige pädagogisch-didaktische Einsatzmöglichkeiten. Eine aktuelle Machbarkeitsstudie ist der Frage nachgegangen, welche Infrastrukturen benötigt werden, um die über alle Bildungsbereiche hinweg dezentral verteilt vorliegenden OER bestmöglich zugänglich zu machen. Kernergebnis: von den an der Studie beteiligten Expertinnen und Experten wird eine Infrastruktur, die eine Vielzahl von OER-Angeboten vernetzt, bevorzugt. Ein einzelner, zentraler Server für alle digitalen Lernobjekte gilt dagegen als nicht funktional und fände kaum Akzeptanz bei Anbietern und Nutzern von OER.

Die Studie wurde von einem Team des am DIPF koordinierten Deutschen Bildungsservers in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Mediendidaktik und Wissensmanagement und dem Learning Lab der Universität Duisburg-Essen erstellt. Auftraggeber war das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Das Ziel der Studie bestand darin, Bedarfe und Voraussetzungen für eine Förderung von OER-Infrastrukturen zu klären. OER kommen in den einzelnen Bildungsbereichen bislang unterschiedlich intensiv zum Einsatz. Auch der Aufbau von Portalen und Nachweissystemen ist nicht auf dem gleichen Stand. Die Studie hat neben bereichsspezifischen Entwicklungsbedarfen auch gezeigt, dass „vor allem Communitys in Bereichen mit etablierten OER-Angeboten die Bedeutung von Eigenständigkeit, Subsidiarität und Nutzerbindung betonen und für eine verteilte Nachweisstruktur plädieren“. Vor diesem Hintergrund kommt die Studie zu folgenden Empfehlungen:

  • Fördermaßnahmen sollten Anreize für den Aufbau beziehungsweise die Vernetzung von Repositorien und Nachweissystemen in Bereichen schaffen, in denen OER bislang eine geringe Rolle spielen (zum Beispiel in der beruflichen Bildung und der Erwachsenenbildung).
  • Es wird empfohlen, OER-Referenzsysteme und entsprechende Materialien zu pädagogisch oder bildungspolitisch besonders relevanten Themen (zum Beispiel zur Inklusion) aufzubauen.
  • Als zentrale Komponente einer vernetzenden Infrastruktur schlägt die Studie einen Service zum Austausch von Metadaten vor. Dieser sollte die dezentralen OER-Bestände im Sinne eines Nachweissystems integrieren und ihre Auffindbarkeit unterstützen.

Die Studie wurde von April bis Oktober 2015 im Dialog mit allen relevanten Akteursgruppen und unter Anwendung verschiedener Methoden durchgeführt. Dazu zählten vergleichende Literatur- und Best-Practice-Analysen, leitfadengestützte Interviews sowie Expertenworkshops und -reviews.

Die Studie steht online auf dem Dokumentenserver pedocs zur Verfügung.

Bildungschancen für Flüchtlinge in Deutschland – ein Überblick. Ein neues Dossier des Deutschen Bildungsservers informiert über Grundlagen für Asylsuchende und ihre Möglichkeiten in den einzelnen Bildungsbereichen

Plakat: Flüchtling ist kein Beruf
Jorge Díaz: Flüchtling ist kein Beruf
Flickr CC BY-SA 2.0
Ausschnitt des Originals
Kampagne von ARRIVO BERLIN

Die vielen Flüchtlinge, die derzeit nach Deutschland kommen, stellen die gesamte Gesellschaft vor große Herausforderungen. Eine Schlüsselrolle kommt dabei dem Bildungswesen zu. Denn Bildung eröffnet den Zufluchtsuchenden – darunter viele Kinder und Jugendliche – neue Chancen und erleichtert die Integration. Doch wie sind Fragen der Bildung von Flüchtlingen in Deutschland eigentlich geregelt, welche Möglichkeiten bieten sich ihnen in den einzelnen Bildungsbereichen und welche grundlegenden Übersichten und unterstützenden Materialien gibt es?
Antworten auf diese Fragen gibt ein neues Dossier des Deutschen Bildungsservers. Interessierte erhalten einen systematischen und redaktionell aufbereiteten Überblick über Online-Quellen zu dem Thema.

Eingangs verlinkt das Dossier auf verschiedene Basisinformationen zu Asyl in Deutschland – zu rechtlichen Grundlagen und zum Verfahren, zu aktuellen Zahlen und relevanten Institutionen. Anschließend befasst sich die Informationssammlung eingehend mit den unterschiedlichen Bildungsbereichen: Die Leserinnen und Leser erfahren unter anderem mehr zur Betreuung von Flüchtlingskindern in Kitas, zur Umsetzung des Rechts auf Schule in den einzelnen Bundesländern, zu Unterrichtsmaterialien rund um die Themen Migration, Flucht und Asyl, zu Förderinitiativen, die den Flüchtlingen den Zugang zu Ausbildung und Studium erleichtern sollen, sowie zum Einstieg in den Arbeitsmarkt und zur Sozialarbeit mit jungen, oft unbegleiteten Asylsuchenden.
Nicht zuletzt können die Nutzerinnen und Nutzer über das Dossier eine Suche nach Fort- und Weiterbildungen für Fachkräfte und Flüchtlinge in der Metasuchmaschine InfoWeb Weiterbildung aufrufen.

Internetadresse des Dossiers:
www.bildungsserver.de/Fluechtlinge-in-Deutschland-Bildungsaspekte-im-Fokus-11422.html

Der Deutsche Bildungsserver ist der zentrale Internet-Wegweiser zum Bildungssystem und wird als Gemeinschaftsservice von Bund und Ländern im Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) koordiniert.

Kontakt:
Dossier: Andrea Völkerling, voelkerling@dipf.de
Presse: Philip Stirm, stirm@dipf.de
 

Die OER Whitepaper für Weiterbildung und Hochschule sind online!

Die Diskussion um die Erstellung und Nutzung von Open Educational Resources (OER) hat zur Entstehung weiterer Whitepaper geführt – diesmal für die Bereiche Hochschule und Erwachsenenbildung/Weiterbildung. Am 4.5.2015 wurden die beiden Whitepaper im Rahmen einer Podiumsdiskussion in Berlin offiziell vorgestellt und stehen nun online zur Verfügung.
Die Paper liefern neben einer Bestandsaufnahme der Situation in Deutschland auch einen Blick auf künftige Entwicklungen und deren mögliche Einflüsse auf die OER-Debatte und geben einen Einblick in die Diskussionen im Ausland.

OER-Whitepaper Weiterbildung
 
 
Whitepaper Open Educational Resources (OER) in Weiterbildung/Erwachsenenbildung – Bestandsaufnahme und Potenziale 2015
 
 
 
 
 
 
 
OER-Whitepaper Hochschule
 
 
Whitepaper Open Educational Resources (OER) an Hochschulen in Deutschland – Bestandsaufnahme und Potenziale 2015