Kategorie: Open Science and Education

Der digitale Wandel in Bildung und Wissenschaft verändert Kommunikations- und Arbeitsprozesse, sie werden offener, kollaborativer und vernetzter. Hier zeigen wir, welche Auswirkungen dies für einzelne Bildungsbereiche und Angebote der Informationsinfrastruktur hat.

„Open Educational Practices sind viel mehr als nur der Einsatz von Open Educational Resources“

Wie mehr Offenheit in der Lehre durch didaktische Szenarien und den Einsatz von OER gelingen kann

FRAGEN AN Kerstin Mayrberger, Professorin für Lehren und Lernen an der Hochschule mit dem Schwerpunkt Mediendidaktik an der Universität Hamburg. Mayrberger beschäftigt sich seit 2002 in unterschiedlichen Projekten damit, wie Bildungsprozesse mit neuen, digitalen Medien gestaltet werden können – in Schule wie Hochschule. Mit Open Education Practices (OEP ) befasste sie sich vor allem im Rahmen des Projekts „SynLLOER – Synergien für Lehren und Lernen durch OER“. Hier erklärt sie unter anderem, in welchem Verhältnis Open Educational Resources (OER) zu Open Educational Practices stehen – also wie sich der Einsatz von OER auf die Lernumgebung auswirkt und wie Lernszenarien aussehen müssten, damit es wirklich zu offenen und partizipativen Lehr-Lernformen im Sinne von OEP kommt.

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„Open Education schafft Mehrwert vor allem da, wo digitale Medien das Lernen überhaupt erst ermöglichen“

Voraussetzung dafür ist ein durchlässiges und flexibles Bildungssystem

FRAGEN AN Professor Olaf Zawacki-Richter von der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Der habilitierte Erziehungswissenschaftler gründete am dortigen Institut für Erziehungswissenschaft 2018 das Center for Open Education Research (COER), das sich mit Open Education, Bildungstechnologie, lebenslangem Lernen und internationalen Bildungsfragen auseinandersetzt. Das Ziel des COER: international führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammenbringen, um kollaborativ und interdisziplinär Forschungsaktivitäten und Stipendien im Bereich der Bildungsforschung voranzubringen. Wir wollten von ihm wissen, was Open Education bedeutet und womit man sich beschäftigt, wenn man Open Education Research betreibt. Weiterlesen

Soziale Herkunft und Bildungswege in den biografischen Interviews des Archivs „Deutsches Gedächtnis“

Forschungsdatenzentren stellen sich vor (6): Das Archiv „Deutsches Gedächtnis“

Interviews, Autobiographien, Familienchroniken, Tagebücher und Briefsammlungen – das Archiv „Deutsches Gedächtnis“ sammelt Erinnerungszeugnisse unterschiedlicher Menschen, die einen Bezug zu gesellschaftspolitischen Ereignissen in Deutschland haben. Grundstock des Archivs am Institut für Geschichte und Biografie der Fernuniversität in Hagen bilden Interviews aus den frühen 1980er Jahren, die im Rahmen von zeitgeschichtlichen Forschungsprojekten des Instituts und seiner Vorläuferprojekte geführt wurden. Über die institutseigene Forschung hinaus sammelt das Archiv biographische Interviews aus Forschungen Dritter, die ihre Sammlungen dem Archiv zur weiteren wissenschaftlichen Nutzung überlassen haben. Wir sprechen mit der Leiterin des Archivs „Deutsches Gedächtnis“, Dr. Almut Leh, über den Bestand, seine Bedeutung für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung und die Potenziale, die vor allem das audiovisuelle Material des Archivs in Zeiten fortschreitender Digitalisierung in sich birgt. Weiterlesen

Metadaten und ihre Bedeutung für den Verbund Forschungsdaten Bildung

Open Data in der Bildungsforschung (6)

DAS WORT HAT Dr. Dirk Weisbrod, wissenschaftlicher Mitarbeiter des DIPF, der beim Verbund Forschungsdaten Bildung unter anderem für die Weiterentwicklung des Metadatensets zuständig ist. Er erklärt, was Metadaten genau sind, welche Bedeutung sie für die Erfassung und Dokumentation von Forschungsdaten haben und warum sie gerade für die Bildungsforschung so wichtig sind. Weiterlesen

„Open Science ist im Grunde gute wissenschaftliche Praxis in einem digital vernetzten Zeitalter“

Gute Forschung sollte zugänglich, nachvollziehbar und transparent sein

INTERVIEW mit dem Koordinator des Leibniz-Forschungsverbunds Science 2.0 Dr. Guido Scherp vom Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft. Er findet, dass man auf Open Science unterschiedliche Sichtweisen haben kann, zum Beispiel eine pragmatische aus Sicht des Forschenden, die mehr Effizienz in die Wissenschaft bringt, weil sie Ergebnisse, Daten und Methoden leichter auffindbar und nachnutzbar macht – oder eine strukturelle mit Blick auf das  Wissenschaftssystem, in der er es darum geht, Schieflagen wie ein fehlgeleitetes Publikationssystem oder das Reproduzierbarkeitsproblem zu beheben. Wir sprachen mit ihm über den Unterschied zwischen Open Science und Science 2.0, die Notwendigkeit von offener Wissenschaft, und wie man Forscherinnen und Forscher dazu bringt, die damit einhergehenden Arbeitsprozesse zu beherzigen.

 

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“Forschungsdatenzentren können Reproduzierbarkeit von Forschung unterstützen”

Forschungsdatenzentren stellen sich vor (5): Das Forschungsdatenzentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung

Das Forschungsdatenzentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung am Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (FDZ-DZHW) archiviert quantitative und qualitative Daten aus der Hochschul- und Wissenschaftsforschung und stellt sie zur Sekundärnutzung bereit. Sekundärnutzung heißt hier zweierlei: Eine Nachnutzung für wissenschaftliche Forschungszwecke oder für Lehr- und Übungszwecke. Das FDZ nutzt dafür die üblichen Formate, Scientific Use Files (SUF) und Campus Use Files (CUF). Die verfügbaren Forschungsdaten eignen sich nicht nur für die Hochschul- und Wissenschaftsforschung, sondern auch zur Bearbeitung von Forschungsfragen aus angrenzenden Forschungsfeldern, wie beispielsweise der Schul- oder Arbeitsmarktforschung. Wir sprechen mit Dr. Karsten Stephan, dem Leiter des Forschungsdatenzentrums: Weiterlesen

Offene Bildungsmedien erfolgreich nutzen

Open Educational Resources (5)

Wie das DIPF einen zentralen Bereich der digitalen Bildung langfristig unterstützt

DAS WORT HAT Professor Dr. Marc Rittberger (Beitrag aus DIPF informiert Nr.26)

Am Anfang stand ein Beschluss der Kultusministerien der Länder, der eigentlich in eine ganz andere Richtung zielte. Sie hatten sich Ende des Jahres 2011 vertraglich dazu verpflichtet, Schulrechner systematisch nach urheberrechtswidrig erstellten Kopien von Produkten der Schulbuchverlage durchsuchen zu lassen: mit sogenannten Schultrojanern. Auch wenn dieser Plan nach heftigen Protesten bereits im April 2012 wieder aufgegeben wurde, setzte er doch nachhaltig eine neue Entwicklung in Gang, von der unsere Gesellschaft heute sehr profitiert. Denn als Reaktion formierte sich eine Bewegung mit der Motivation, eigene Lehr-Lern-Materialien zu erstellen, zu nutzen und diese Materialien Dritten möglichst frei zur Verfügung zu stellen. Heute bilden diese „Open Educational Resources“ (OER) einen zentralen Aspekt der Digitalisierung von Bildung. Den Weg dahin haben das DIPF und der vom Institut koordinierte Deutsche Bildungsserver von Anfang an begleitet – und sie unterstützen die Entwicklung weiterhin an vielen Stellen.

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Eine Plattform für alle, die sich in Forschung, Lehre oder Studium für die pädagogische Praxis der Schule interessieren

Forschungsdatenzentren stellen sich vor (4): Das Archiv für pädagogische Kasuistik an der Goethe-Universität Frankfurt

Wer sich im Studium, im Rahmen seiner Forschungen oder in der Lehre für pädagogisches Handeln, unterrichtliche Interaktionen und pädagogische Praxis interessiert und protokollierte Ausschnitte dieser Wirklichkeit analysieren und rekonstruieren will, ist beim Archiv für pädagogische Kasuistik (ApaeK) an der Goethe-Universität Frankfurt genau richtig. ApaeK, geleitet von Prof. Dr. Mirja Silkenbeumer ist eine in Umfang und Qualität einzigartige Sammlung von über 3000 Datensätzen bestehend aus Beobachtungsprotokollen, Unterrichtstranskripten und anderen Dokumenten. Besonders ist die Sammlung, die 2001 begonnen wurde, unter anderem auch deshalb, weil sie über Transkriptionen kompletter Unterrichtstunden verfügt.

INTERVIEW mit Dr. Helge Kminek, dem Administrator der Archivdatenbank. Weiterlesen

Archivierung und Langzeitverfügbarkeit von Forschungsdaten

Open Data in der Bildungsforschung (5)

DAS WORT HAT Prof. Dr. Achim Oßwald, der am Institut für Informationswissenschaft der TH Köln vor allem Bibliotheks- und Informationswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler ausbildet (Master in Library and Information Science). Bei der Langzeitarchivierung von Forschungsdaten sind laut Prof. Oßwald vor allem drei Aspekte wichtig: Die Motivation der Forschenden, ihre Forschungsdaten überhaupt bereit zu stellen, Forschungsdaten über Metadaten zu dokumentieren und die Bereitschaft der Serviceeinrichtungen zu arbeitsteiligem und kooperativem Handeln. Um die Langzeitverfügbarkeit digitaler Publikationen zu gewährleisten, sieht er vor allem die Politik gefordert.

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„Die NEPS-Studie ist eine große Investition, die für viele Forschungsfragen interessante Daten bietet.“

Forschungsdatenzentren stellen sich vor (3): Das FDZ des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe

Das Forschungsdatenzentrum des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe (FDZ-LIfBi) stellt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Erhebungsdaten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) zur Verfügung, des größten sozialwissenschaftlichen Forschungsprojekt im Bereich der empirischen Bildungsforschung, das jemals in Deutschland durchgeführt wurde. In der Panelstudie werden die Teilnehmenden über einen längeren Zeitraum hinweg begleitet – so kann untersucht werden, welche Bildungswege Menschen einschlagen, wie sich Kompetenzen entwickeln und welche Rolle unterschiedliche Einflussfaktoren spielen. Die NEPS-Studie startete mit ca. 60.000 Befragungspersonen aus verschiedenen Altersgruppen und weiteren ca. 40.000 Kontextpersonen wie Eltern, Lehrkräften und Schulleitungen.

INTERVIEW mit Dr. Daniel Fuß, Arbeitsbereichsleiter des Forschungsdatenzentrums (FDZ) am LIfBi. Wir sprachen mit ihm über den Datenbestand an sich, über Nutzergruppen und Themen und natürlich über wichtige zukünftige Entwicklungen im FDZ. Weiterlesen