Open Educational Resources (OER) für Schulen in Deutschland

27.04.2012 Hirschmann Abgelegt in Bildung, Internet, Lehrerkooperation, Mediennutzung, Open Educational Resources, Schule, Unterrichtsmaterial, Urheberrecht, Verlage, Web 2.0 | Kommentieren » |

Die Diskussion um den Einsatz einer von Schulverlagen entwickelten Software, mit der Schulcomputer nach Raubkopien von verlagseigenen Werken durchsucht werden können, die unter dem Begriff “Schultrojaner” bekannt wurde, hat auch die Diskussion über den Bedarf nach freien und über das Internet erreichbaren Bildungsmaterialien für Schulen zusätzlich angeregt.
U.a. haben die Autoren Jöran Muuß-Merholz, Mirjam Bretschneider und Felix Schaumburg sich die Situation rund um das Thema OER an Schulen genauer angeschaut und eine Bestandsaufnahme gemacht. Das jetzt im April veröffentliche “Whitepaper Open Educational Resources (OER) für Schulen in Deutschland” ist im Auftrag des Internet & Gesellschaft Co:llaboratory entstanden, wird von Felix Schaumburg im Blog “EduShift” vorgestellt und steht dort auch zum Download zur Verfügung. In dem Papier wurde versucht, wesentliche Akteure in diesem Feld zu erfassen, die besondere Urheberechtssituation an Schulen zu beleuchten und mögliche weitere Entwicklungen für freie Bildungsmaterialien (Open Educational Resources – OER) aufzuzeigen.
Im Verlauf der Blogdiskussion wird auch noch einmal deutlich, wie solche Entwicklungen auf Social- Tagging-Plattformen unterstützt werden können, z.B. durch besondere Kennzeichnung und direkte Recherchierbarkeit von Materialien, bei denen die lizenzrechtliche Lage bereits geklärt ist.
Zu dieser Diskussion sei auch noch mal auf den bildungsserverBLOG-Beitrag “Schultrojaner, freie Bildungsmedien und edutags” hingewiesen.

Alle genannten Internetquellen auf eine Blick:
Whitepaper zu OER
Diskussion auf EduShift
Beitrag im bildungsserverBLOG zu Schultrojaner, freie Bildungsmedien und edutags

 

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Schultrojaner, freie Bildungsmedien und edutags

10.11.2011 Blees Abgelegt in Bildungsportal, KMK, Lehrerkooperation, Mediennutzung, Open Educational Resources, Schule, Unterrichtsmaterial, Verlage, Web 2.0 | Kommentieren » |

Es gab eine Vielzahl von Reaktionen auf den vor kurzem öffentlich bekannt gewordenen „Schultrojaner“ (aka Plagiatssoftware), der Bestandteil des „Gesamtvertrag zur Einräumung und Vergütung von Ansprüchen nach § 53 Urheberrechtsgesetz” ist, welcher im Dezember 2010 zwischen den Bundesländern, den Schulbuchverlagen und Verwertungsgesellschaften vereinbart wurde. Dem Protest von Lehrerverbänden folgte jetzt auch eine Stellungnahme von Bundesjustizministerin Leutheuser-Schnarrenberger, in der es heißt: “Es ist inakzeptabel, dass die Schulgemeinschaft unter Generalverdacht gestellt wird und dass der Dienstherr mittelbar, wenn die Software eingesetzt wird, seine Beamten und Angestellten überwacht”. Im selben Artikel wird berichtet, dass KMK-Generalsekretär Udo Michallik sich persönlich an die Ministerin wenden werde, um ihr Sinn und Zweck des Programms zu erklären (Quelle: Spiegel Online).

Als weitere Wirkung dieser Debatte besonders interessant ist ein grundlegenderes Nachdenken von netzaffinen und engagierten Lehrerinnen und Lehrern über die Versorgung mit aktuellem und gemeinfreiem Unterrichtsmaterial, angestoßen durch den Blogbeitrag des Lehrers herrlarbig.de. Es geht hierbei um neue Möglichkeiten und Wege zur Erstellung, Sammlung und Auffindbarkeit von so genannten offenen Bildungsmaterialien (=Open Educational Resources), wie sie die Kapstädter Erklärung zu Open Educational Resources (=OER) vorsieht (s. hierzu auch den Beitrag in Telepolis).

Herr Larbig schließt an die von Martin Kurz benannten Zielvorstellungen zu „freien Inhalten im Bildungswesen“ an, die leicht auffindbar, strukturiert, inhaltlich geprüft, als frei gekennzeichnet und von hoher didaktischer Qualität sein sollten. Den Diskussionsvorschlag, den Herr Larbig zur Realisierung dieser Vorstellungen formuliert, unterteilt er in nahe, mittelfristige und langfristige Ziele, die in einem öffentlich zugänglichen Diskurs unter http://type.riecken.co/p/OER-Dikussion weiter ausgeführt und zu ersten Projektaktivitäten konkretisiert werden. Eine parallele Auseinandersetzung mit dem Thema „Open Educational Resources“ gibt es auch unter dem Twitter-Hashtag #OER, zu erreichen unter https://twitter.com/#!/search?q=%23OER .

Der zentrale Aspekt des Diskussionsvorschlags von Herrn Larbig ist die „Frage der Vernetzung bereits vorhandener und neu entstehender Angebote für freie, unterrichtsbezogene Bildungsmedien.“ Heruntergebrochen auf die mittelfristigen Ziele des Vorschlags soll erreicht werden, dass vorhandene Materialpools und Einzelmaterialien auf eine Art vernetzt werden, die effiziente Suchstrategien erlaubt, aber zugleich auch anregende Zufallsfunde ermöglicht. Wenn auch nicht mit dezidierter Ausrichtung auf OER bieten die Sammlungen von Unterrichtsmaterialien des Deutschen Bildungsservers und vor allem auch der gemeinsame Materialpool mit den Landesbildungsservern Elixier (s. auch Projektbeschreibung Elixier) bereits eine sehr umfangreiche Auswahl von Online-Ressourcen für den Unterricht. Die Idee von Vernetzung, Aggregation und inhaltlicher Erschließung von dezentral gehaltenem Online-Material durch (fachliche) Online-Communities verfolgen der Deutsche Bildungsserver und das Duisburg Learning Lab mit dem Projekt edutags. Ein spezieller Bereich mit dem Tag „OER“ oder auch eine eigene Arbeitsgruppe, die sich diesem Thema widmet, wäre im Rahmen von edutags ohne weiteres realisierbar. Wer sich für edutags interessiert, sei auf die zahlreichen Screencasts und den aktuell veröffentlichten Workshop verwiesen.

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Verlage beim Workshop “Open Access Erziehungswissenschaften”

25.08.2009 Blees Abgelegt in Erziehungswissenschaft, Fachinformation, Open Access, Verlage, Wissenschaft | Kommentieren » |

Auf Einladung des Informationszentrums Bildung am Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung trafen sich am 13.08.2009 Vertreter erziehungswissenschaftlicher Kooperationsverlage des Projektes „peDOCS“ zum Workshop „Open Access Erziehungswissenschaft“. Folgende Verlage waren vertreten: Vandenhoeck & Ruprecht, Bildungsverlag1, VS Verlag, Waxmann Verlag, Kassel University Press, W. Bertelsmann, Wochenschau Verlag, Projekt Verlag. Aktuell kooperiert peDOCS mit 14 erziehungswissenschaftlichen Verlagen.

Hintergrund: Open-Access-Kooperation

Hintergrund des Treffens ist ein Kooperationsmodell zwischen dem fachlichen Dokumentenserver peDOCS und erziehungswissenschaftlichen Verlagen auf der Basis von „open access“: Verlage stellen erziehungswissenschaftliche Texte kostenfrei zur Open-Access-Publikation auf www.pedocs.de zur Verfügung und erhalten ihrerseits dafür breite Sichtbarkeit innerhalb der Zielgruppe „Erziehungswissenschaft“. Die Einbindung von peDOCS in das etablierte Fachportal Pädagogik ermöglicht eine umfassende Suchbarkeit dieser Verlags-Dokumente über die hoch frequentierte erziehungswissenschaftliche Literaturdatenbank FIS Bildung (siehe hierzu auch das Interview im Börsenblatt des Deutschen Buchhandels vom 6.8.09). Weiterhin garantiert peDOCS die Langzeitarchivierung der Dokumente.

Erste positive Bilanz der Open-Access-Kooperation

Die beteiligten Verlage, die unterschiedliche Schwerpunkte in der Kooperation mit peDOCS setzen, kommen insgesamt zu einem positiven Ergebnis: Nachdem vor rund 6 Monaten die ersten Verlagstexte auf peDOCS kostenfrei für die Allgemeinheit publiziert wurden, sind teilweise befürchtete negative Auswirkungen auf die Verkäufe der parallel im Print-Format kostenpflichtig angebotenen Texte nicht eingetreten. Stattdessen wurden diejenigen Texte, die nunmehr Open-Access-zur Verfügung stehen, zum Teil bis zu 400mal heruntergeladen – Autor und Verlag haben über peDOCS 400 neue Leser gewonnen. Gewinnbringend für den Autor werden insbesondere jene Nutzer sein, die den Autor dann wiederum in ihrer eigenen wissenschaftlichen Arbeit zitieren und so die Zitationshäufigkeit des Textes erhöhen. Damit einher gehen mittelbar positive Effekte für den Bekanntheitsgrad des Fachverlages. Zusammenfassend erzielt Open Access positive Marketingeffekte für Verlag und Autor.

Erfolg einzelner Kooperations-Modelle

Im Verlauf der Kooperationsverhandlungen kristallisierten sich einzelne konkrete Kooperationsmodelle zwischen Open-Access-Plattform und Verlag heraus:
Am häufigsten wählen erziehungswissenschaftliche Verlage das Modell des Selective Access: dabei stellt der Verlag einzelne Sammelwerksbeiträge aus einem ganzen Sammelwerk kostenfrei zur Verfügung. Die Überlegungen der Verlage bauen auf den Effekt des „Volltext-Teasers“: der Nutzer gewinnt mit der freien Lektüre eines einzelnen Volltextes das Interesse am gesamten Werk und entschließt sich im Idealfall zum Kauf der Printfassung. Dieses Modell erscheint insbesondere für die Erziehungswissenschaft geeignet, denn knapp 50 % aller erziehungswissenschaftlichen Publikationen werden in Sammelwerken veröffentlicht. peDOCS konnte bis dato 263 Sammelwerksbeiträge aus Verlagskooperationen akquirieren.

An zweiter Stellen stehen die Modelle hybrides Publizieren, Delayed Access und Vergriffene Werke:
Im Fall des hybriden Publizierens stellt der Verlag parallel zur kostenpflichtigen Print-Ausgabe eine komplette Monographie im elektronischen Format open access zur Verfügung. Der gewünschte Effekt auf Seiten des Verlages ist vergleichbar mit dem des Selective Access: Die FIS Bildung Literaturdatenbank sorgt für die Distribution des Werkes, peDOCS gewährt kostenfrei Einblick in die Monographie. Neben der gewonnenen Sichtbarkeit für Autor und Verlag mag sich der eine oder andere Nutzer für den Kauf der Monographie im Print-Format entschließen – denn insbesondere Titel mit hohen Seitenzahlen werden kaum ausgedruckt und umständlich abgeheftet. Wer den Titel im Papierformat lesen möchte, bestellt ihn lieber klassisch im Buchhandel oder direkt online. peDOCS konnte bis dato 21 Monographien aus Open-Access-Kooperationen gewinnen.

Eine kleine, aber nicht unwesentliche Abwandlung des hybriden Publizierens stellt das Modell vergriffene Werke dar: peDOCS bietet dem Verlag und seinen Autoren eine Publikationsalternative im fachlichen Kontext, z.B. wenn eine zu geringe Print-Auflage einer Kostenkalkulation nicht standhält. Verlag und Autor halten das Werk verfügbar und können ggf. von der Nutzungsnachfrage auf peDOCS eine erneute Print-Publikation ableiten.

Das Modell Delayed Access bezieht sich auf den wissenschaftlichen Zeitschriftenmarkt: Verlage erlauben die Open-Access-Zweitveröffentlichung von Zeitschriften nach einer sog, „Embargofrist“ – im Fall der Erziehungswissenschaft nach 1 oder 2 Jahren. Auch hier stehen für den Verlag mittelbare Sichtbarkeitseffekte innerhalb der Zielgruppe im Vordergrund. Insgesamt konnte peDOCS bereits 805 Zeitschriftenbeiträge einwerben.

Noch im Anfangsstadium befindet sich die direkte Kooperation mit den genuinen Open-Access-Verlagen und infolgedessen die Anwendung des Modells Open Access direkt: Open-Access-Verlage sehen das Hosting der spezifisch erziehungswissenschaftlichen Dokumente im fachlichen Kontext eines erziehungswissenschaftlichen Repositoriums günstiger als auf einer nicht-fachlichen Dokumentenplattform – entscheidend ist die fachlich-dokumentarische Erschließung und Suchbarkeit über die FIS Bildung Literaturdatenbank.

Eine ganz andere Perspektive nimmt das Modell Innovationsförderung ein: Wenige Verlage stellen eine nicht unerhebliche Anzahl an Print-Publikationen zur Open-Access-Veröffentlichung zur Verfügung, sofern der Verlag nicht selbst für die Digitalisierung sorgen muss: „Open-Access“ gegen „Digitalisierung“.

Nutzerperspektive

Blickt man auf die Nutzungstendenz von Verlagsdokumenten im Zeitraum April-Juli 2009, so stehen Sammelwerksbeiträge in der Nutzernachfrage vor Monographien und Zeitschriftenbeiträgen. Insofern entspricht die quantitative Verteilung des Angebots an Dokumenttentypen in peDOCS der Nachfrage.

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Neues zu “Open Access”

20.08.2009 Blees Abgelegt in Fachinformation, Interview, Open Access, Urheberrecht, Verlage, Wissenschaft | Kommentieren » |

In einem Interview des Börsenblatts des Deutschen Buchhandels wird das Projekt “pedocs” vorgestellt, ein fachliches Repositorium für die Erziehungswissenschaften, das in das Fachportal Pädagogik des DIPF integriert ist. Themen des Interviews sind der grüne Weg des Open Access, die Zusammenarbeit mit Fachverlagen und Fragen des Urheberrechts.

Die Zeitschrift Information – Wissenschaft und Praxis behandelt in ihrem Themenheft 5/2009 das Schwerpunktthema “Open Access”. Der erste Teil diskutiert eher grundlegende Fragen zu Open Access. Die Forderungen der Wissenschaftstheorie nach Open Access; die Behinderungen von Open Access durch bestehende rechtliche Regelungen, die Position der EU gegenüber Open Access, und das Problem kommerzieller Finanzierungsmodelle. Der zweite Teil stellt gute Beispiele für Open Access Projekte vor, es geht um Wikipedia und E-LIS, das „Forum Qualitative Forschung / Forum: Qualitative Social Research“ (FQS), TRANS – ein mehrsprachiges multidisziplinäres kulturwissenschaftliches E-Journal, und um die Hybridpublikation etablierter Fachzeitschriften am Beispiel der GIGA Journal Family in Open Access.

Um Nutzen und Nachteil eines “hybriden” Publikationsmodell wird in der Mailingliste Inetbib in den letzten Wochen eine anhaltende kontroverse Diskussion geführt, in der viele interessante, insbesondere auch kommerzielle Aspekte der Idee von Hybridpublikationen zur Sprache kommen, und die im Inetbib Listenarchiv komplett nachverfolgt werden kann.

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Open Access für die Erziehungswissenschaft?

05.11.2008 Blees Abgelegt in Bildungsportal, Diskussion, Fachinformation, Open Access, Podcast, Urheberrecht, Verlage, Wissenschaft | Kommentieren » |

Teilnehmer Podiumsdiskussion Open AccessÜber diese Frage diskutierten Vertreter aus Wissenschaft, Verlagen und des DIPF auf der 60. Frankfurter Buchmesse im Rahmen des „Forum Wissenschaft“ über 60 Minuten. Auf dem Podium saßen Prof. Edwin Keiner, Prof. für Allgemeine Pädagogik an der Universität Erlangen-Nürnberg; Frau Barbara Budrich vom Verlag Barbara Budrich; Herr Arndt Bertelsmann vom W. Bertelsmann Verlag sowie Doris Bambey und Günther Hansen vom Informationszentrum (IZ) Bildung des DIPF. Das IZ Bildung des DIPF hatte zur Veranstaltung eingeladen.

Ist Open Access ein Thema für die Erziehungswissenschaft? Und welche Rolle spielen Verlage in Kooperation mit PEDOCS, dem fachlichen Repositorium der Erziehungswissenschaft? Bemerkenswert war das Ausbleiben grundsätzlicher Kontroversen vor dem Hintergrund der als durchaus konfliktträchtig bekannten Diskussion um Open Access der vergangenen Jahre. Vielmehr wurde um die Verteilung der Rollen im neu zu besetzenden Publikationsfeld „Open Access“ diskutiert – mit anderen Worten: Open Access ist in der Erziehungswissenschaft angekommen. Wenn aber sowohl die öffentliche Hand in Gestalt des IZ Bildung als Betreiber des Dokumentenservers PEDOCS als auch privatwirtschaftlich agierende Verlage für sich beanspruchen, dem (neuen) Informationsbedürfnis der Rezipienten nach kostenfreiem Zugang zu erziehungswissenschaftlichen Inhalten nachzukommen oder dies in naher Zukunft beabsichtigen – dann stellt sich lapidar die Frage: Wer macht was? Sinn der Veranstaltung war es daher, im Hinblick auf die notwendige Koordinierung dieser Konstellation frühzeitig eine „Win-Win-Kooperation“ zwischen Verlagen und PEDOCS aufzubauen.

Als Informationsmaterialien zu dieser Veranstaltung finden Sie neben der hier abrufbaren

PDF Icon Zusammenfassung der Podiumsdiskussion

noch den Mitschnitt als Podcast, den Sie direkt im Blog abspielen oder als MP3-Datei über den unten angezeigten Link “Download” herunterladen können.

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Das neue Urheberrecht und die Wissenschaft

31.10.2008 Blees Abgelegt in Open Access, Podcast, Urheberrecht, Verlage, Wissenschaft | Kommentieren » |

Professor Rainer Kuhlen, Informationswissenschaftler an der Universität Konstanz, präsentierte diesen Monat in einer Vortragsveranstaltung im Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) seine Überlegungen zu “Politischen, rechtlichen und ökonomischen Aspekten der Regulierung des Umgangs mit Wissen und Information”. Nach einigen grundlegenden Gedanken zum rechtlichen Status des “Commons” (Gemeinguts) Wissen und zur problematischen Entwicklung des Urheberrechts in Richtung Handelsrecht, wird das Dilemma zwischen typischen aktuellen Nutzungsszenarien von Information und Wissen durch Bildungseinrichtungen und den Restriktionen des novellierten Urheberrechts (des sogenannten 2. Korbs) an einigen Beispielen herausgearbeitet. Abschließend werden die ambivalenten Wirkungen des neuen Urheberrechts verdeutlicht: mit dem 2. Korb ist es zwar nicht gelungen, ein bildungs- und wissenschaftsfreundliches Urheberrecht zu schaffen – sofern aber längerfristig den Wissenschaftlern bewusst wird, dass ein solches verwertungsorientiertes Recht die Informationsversorgung in Bildung und Wissenschaft nicht sichern kann, werden sie sich eher Publikationsformen des Open Access zuwenden.

Wer die Auseinandersetzung mit diesem Thema vertiefen möchte, kann das aktuelle Buch von Rainer Kuhlen “Erfolgreiches Scheitern – eine Götterdämmerung des Urheberrechts” frei als PDF herunterladen, oder auch beim Verlag direkt bestellen. Dem freien Download kann eine Spende zugunsten des Aktionsbündnisses Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft beigegeben werden.

P.S.: Eric Steinhauer, stellvertretender Direktor der Universitätsbibliothek Magdeburg, hat seit Oktober ein Blog zum Thema “Wissenschaftsurheberrecht” eingerichtet.

Dateien zum Download (rechter Mausklick, “Ziel speichern unter”)

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