OER: „Rip, Mix, Share“ für die Bildung

Das preisgekrönte Video veranschaulicht die Möglichkeiten einer Wissensallmende (Open Educational Resources = OER) für gemeinsames und grenzüberschreitendes Lehren und Forschen:

In ihrem Blogpost zum Vergleich traditioneller und digitaler Schulmedien verdeutlichen Felix Schaumburg und Jöran Muuß-Merholz das Dilemma von sich anbahnender neuer digitaler Schulkultur und dem gegenwärtigen Urheberrecht, für das OER einen Lösungsansatz bieten könnten. Das Zusammenstellen geeigneter Materialien z.B. in Form von Arbeitsblättern mittels Kopierer, Schere, Kleber und wieder Kopierer wird für einen binnendifferenzierten und individualisierten Unterricht immer mehr benötigt. Wenn aber dieses Tun von analog zu digital wechselt, „die Unterrichtsvorbereitung zunehmend digitale Wege [geht]“, geraten LehrerInnen in gefährliches urheberrechtliches Fahrwasser. Die Diskussion um den Schultrojaner zeugt davon. Bevor aber OER sein „Heilsversprechen, das pädagogische und digitale Welt versöhnen könnte“, einzulösen imstande ist, sind eine Vielzahl von Aufgaben und Problemen zu bewältigen. Was sind die passenden Lizenzen, wer produziert gute OE Ressourcen, wie lassen sich OER mit (Teilen von) Verlagsprodukten kombinieren, wer könnte als OER-Clearinghouses auftreten, d.h. welche Instanzen bzw. Organisationen wären geeignet und imstande, OER zu aggregieren, distribuieren und auf Qualität zu prüfen.
In Ergänzung zu dem im März 2012 erschienenen Whitepaper zu OER geht diesen Fragen auch die an der Universität Graz entstandene Diplomarbeit von Barbara Rossegger nach. Dort wird insbesondere die deutschsprachige Bildungslandschaft auf ihre Lehr- und Lernangebote für den sekundären Bildungsbereich im Internet untersucht, allerdings mit Schwerpunkt (nicht so überraschend) Österreich.
Die mit Unterstützung durch die UNESCO durchgeführte Survey on Government OER Policies versucht eine Bestandaufnahme der OER-Bestrebungen in der ganzen Welt zu leisten, die aber leider bei weitem keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben und angesichts der Kürze des Dokuments nur sehr knapp und selektiv über die Entwicklungen einzelner Länder berichten kann. Deutschland hat übrigens an der Befragung nicht teilgenommen, befindet sich damit aber in guter Gesellschaft zahlreicher europäischer Nachbarn.

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