Medienkompetenz von Schülern!
07.01.2009 Joerg M. Beitrag in der Kategorie Diskussion, Internet, Medienkompetenz, Schule | 1 Kommentar » |
In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) von heute fragt Wolfram Kinzig unter dem Titel “Wer lehrt die Kinder googeln?” danach, wie es um die Vermittlung von Medienkompetenz in Schulen bestellt ist.
Einerseits wiederholt er am Beispiel seiner eigenen Kinder in der 7. und 9. Klasse eines humanistischen Gymnasiums die oft vorgebrachte Klage der Ausstattung von Schulen mit Computern und Internetanschluss. Viel gravierender erscheint aber andererseits die Ahnungslosigkeit der Schülerinnen und Schüler und vor allem auch der Lehrkräfte in Bezug auf die Kompetenzen zur Recherche und Validierung von Informationen im World Wide Web. Dies setzt sich bei den Studenten an den Hochschulen fort, da sie einen anderen Umgang mit Medien und Informationen als Schüler nicht gelernt haben. Aus der verständlichen Sicht des Hochschullehrers zieht Kinzig den Schluss, dass die Schulen also den elementaren Umgang mit Medien und Informationen vermitteln müsste, damit dies nicht auch noch – zudem zu spät – von den Hochschulen geleistet werden muss. Unstrittig scheint wohl, dass die Aufgabe der Vermittlung von elementarer Medien- und Informationskompetenz während der Ausbildung von Kindern in der Schule, bedingt auch schon vorher, stattfinden muss. Fraglich bleibt, ob diese Aufgabe allein von pädagogischen Fachkräften erfüllt werden soll. Das professionellen Wissen von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren über den bewussten Umgang mit Medien und Informationen sollte in der Vermittlung von Medien- und Informationskompetenz einen wesentlich größeren Anteil haben. Dies ist vor allem als Vorschlag zur Entlastung des Lehrpersonals und nicht als Eingreifen in die pädagogischen oder fachbezogenen Kompetenzen von Lehrerinnen und Lehrern zu verstehen.
So let`s start now!
Nachtrag (12.01.2009):
Der vorstehende Beitrag hat durch seine Zitierung in “netbib” durch Jürgen Plieninger eine sehr selbstkritische Diskussion unter Bbliothekarinnen und Bibliothekaren über ihren Beitrag in der schulischen Vermittlung von Medien- und Informationskompetenz ausgelöst.
Wenn man die Lesermeinungen zum Beitrag in der FAZ von Wolfram Kinzig hinzuzieht, dann geht es aber auch und vor allem um die Lehrkräfte. Bei aller Kritik am Lehrpersonal in den Lesermeinungen zum FAZ-Artikel bleibt zu fragen, wie diese selber den akuten Problemzusammenhang wahrnehmen und was sie von einer stärkeren Vernetzung von Schule und Bibliothek zum Wohle der Schülerinnen und Schüler halten. Denn klar ist, dass nur durch die Mitwirkung der Lehrkräfte solche Ansätze tragfähig werden können. Dies schließt aber auch eine kritische Bestandsaufnahme der Medien- und Informationskompetenz von Pädagoginnen und Pädagogen ein, ähnlich wie in der Diskussion in netbib auch die per se angenommene Medien- und Informationskompetenz des Berufsstandes der Bibliothekarinnen und Bibliothekare kritisch hinterfragt wird.
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22.01.2009 um 20:48
“Zur Netbib Diskussion über Informations- und Medienkompetenz aufgrund eines Blogeintrags im Bildungsserverblog.”