Über das Zusammenwirken von Wissenschaft, Daten und Bildung

Open Science-Konferenz 2017 zeigt viele Facetten von Openness auf

Vom 20. bis 22 März trafen sich über 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Open Science Konferenz 2017 in Berlin. Die vom Leibniz Forschungsverbund Science 2.0 bereits zum vierten Mal ausgerichtete Konferenz fand dieses Jahr eine so große Resonanz, dass sie bereits Wochen vorher ausgebucht war.

Ingo Blees und Luca Mollenhauer, Informationsstelle OER

Ingo Blees und Luca Mollenhauer, Informationsstelle OER

Ingo Blees und Luca Mollenhauer hatten die Gelegenheit bei der #OSC2017 die Informationsstelle OER  zu präsentieren und sie mit den anderen Konferenzteilnehmern zu diskutieren. Neben der klassischen Netzwerk-Arbeit – neue Kontakte knüpfen und alte vertiefen, gemeinsam über Kooperationsmöglichkeiten nachdenken – fanden sie noch die Zeit, uns einige interessante Eindrücke aus der thematisch so weit gespannten Konferenz aufzuschreiben.

 

Wahrscheinlich war es die Kombination der Themen Open Science, Open Data und Open Education, die dazu geführt hat, dass sich so viele Wissenschaftler/-innen zusammenfanden: aus den verschiedensten Disziplinen und aus immerhin 34 Ländern. Es ging um wissenschaftsstrategische und um bildungspolitische Fragen und und um Weichenstellungen, auf europäischer wie nationaler Ebene. So erläuterte Jean-Claude Burgelman (Generaldirektion Forschung und Innovation der Europäischen Kommission) die European Open Science Cloud und Johannes Vogel (Naturkundemuseum Berlin) die Open Science Policy Platform.

International und interdisziplinär

Als eine Art Leitmotiv tauchte immer wieder die Frage nach einer produktiven Bestimmung der Relation zwischen Open Science und Open Education auf. Eine Antwort sieht für die Vermittlung dieser beiden Sphären das Konzept der Citizen Science als besonders geeignet an, also die Beteiligung der Öffentlichkeit an der wissenschaftlichen Untersuchung aktueller Herausforderungen. Ein engagiertes Plädoyer für Citizen Science brachte Johannes Vogel ein. Ohne eine derartige Beteiligung werde es der Wissenschaft zunehmend schwerfallen, entsprechende Akzeptanz in der Gesellschaft zu finden. Pointiert formulierte er den Wunsch nach einer stärker partizipativ orientierten Wissenschaft: „Deep change or slow death.“

Leitmotiv: Open Science und Open Education

Auch Marco Kalz von der Open Universiteit der Niederlande griff diesen Punkt in seinem Vortrag auf und stellte einen weiteren Bezug zwischen Citizen Science und MOOCs. Gerade die aus OER-Sicht skeptisch betrachteten MOOCs sollten „rehabilitiert“ und in der Forschung zu digitaler Bildung einen  wichtigen Bezugspunkt neben OER und Open Educational Practices ausmachen. MOOCs könnten z.B. die nötige Menge an Daten liefern, wenn es darum gehe, dass pädagogische Forschung evidenz-basierte Aussagen über die Wirksamkeit digitaler Lernszenarien machen könne.

Das Verhältnis von Moocs und OER

Christian Graf von Kielmannsegg gab einen Überblick zur Strategie des BMBF, den digitalen Wandel in Forschung und Bildung zu gestalten, dabei wurden insbesondere Infrastrukturen und Daten für die Forschung und das Thema Open Education angesprochen. Bei der Öffnung von Bildung gehe es vor allem um Zusammenarbeit, Adaptieren und Teilen. Die bloße Vermittlung von Wissen sei nicht mehr ausreichend, vielmehr müssten Lerngemeinschaften organisiert werden und die entsprechenden Kompetenzen bei Lehrenden und Lernenden ausgebildet werden. Der Qualitätsfrage von (offenen) Bildungsmedien müsse begegnet werden, z.B. indem sie auf verlässliche Quellen zurückgeführt werden könnten.

Offene Bildung bedeutet Zusammenarbeiten, Adaptieren und Teilen

Marc Rittberger ging in seinem Vortrag auf die Entwicklung der bildungspolitischen Positionen und Entscheidungen zu OER in Deutschland ein. Darüber hinaus hob er die neue Förderlinie OERinfo hervor und die Arbeit der Informationsstelle OER, die seit November 2016 am DIPF koordiniert wird.

Abendessen mit Dinosaurier im Naturkundemuseum Berlin

Abendessen mit Dino im Naturkundemuseum Berlin

Besonderes Highlight der Konferenz war die Abendveranstaltung des ersten Konferenztags – sie fand im Naturkundemuseum statt. Gespräche und Netzwerkerei wurden in Gegenwart von meterhohen Saurierskeletten fortgesetzt, die einzigartige Atmosphäre „sub specie aeternitatis“ (Anm. d. Red. für Nichtlateiner: Unter dem Gesichtspunkt der Ewigkeit) hinterließ einen bleibenden Eindruck bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Weitere Eindrücke und Kurzinformationen gibt’s übrigens bei Twitter: #osc2017


Dieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Ingo Blees und Luca Mollenhauer für Deutscher Bildungsserver

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