„Die Erinnerung darf nicht enden.“

Audio-Linkempfehlungen zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust

Aus der Podcast-Reihe „Geschichte und Sozialkunde“

Anlässlich des Gedenktages an die Opfer des Holocaust am 27. Januar stellt Caroline Hartmann besonders eindrückliche Unterrichtsmaterialien zu dem Thema vor.

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Lesefassung des Podcasts

„Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken.“ So Roman Herzog in seiner Proklamation am 3. Januar 1996. Ich heiße Sie herzlich willkommen bei „Bildung auf die Ohren“, dem Podcast des Deutschen Bildungsservers. Mein Name ist Caroline Hartmann.

Seit 1996 gedenkt Deutschland jedes Jahr am 27. Januar offiziell der Opfer des Nationalsozialismus. Dieser Tag wurde bewusst gewählt. Am 27. Januar 1945 erreichte die Rote Armee Auschwitz. In den drei Komplexen des größten deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers waren nur noch knapp 8.000 Häftlinge am Leben. Zwischen 1940 und 1945 wurden hier mehr als eine Million Menschen ermordet: Juden, Christen, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, Homosexuelle, Männer und Frauen des Widerstandes, Wissenschaftler, Künstler, Journalisten, Kriegs­gefangene und Deserteure.

Am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust sind ganz besonders die Schulen aufgerufen, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Ich habe dafür ein paar besonders eindrucksvolle Materialien für Sie herausgesucht. Wer im Unterricht am liebsten mit herkömmlichen Arbeitsblättern arbeitet, findet bei der Bundeszentrale für politische Bildung die schönen Themenblätter „Erinnern und Verschweigen“. Die Unterrichtsmaterialien versuchen, mit Begriffen, Bildern, Zeitzeugenberichten, Zahlen und Fakten darzustellen, dass kein Erinnern ohne Wissen möglich sein kann. Der individuelle, ganz persönliche Umgang mit der Shoah wird durch fünf Darstellungen thematisiert und zur Diskussion gestellt.

Das Fritz Bauer Institut bietet zudem umfassende Online-Unterrichtsmodule und pädagogische Materialien für die Sekundarstufe I und II rund um den Holocaust. Ganz besonders eindrucksvoll sind auch die Tonbandmitschnitte des Auschwitz-Prozesses. Neben der Transkription des 430-stündigen Mitschnitts finden Sie 100 Stunden O-Ton ausgewählter Vernehmungen.

Weiterhin kann ich Ihnen das Portal #uploading_holocaust sehr ans Herz legen. Die grundlegende Frage hier laut: Wie geht Erinnern heute? Mit Hilfe von Videomaterial und interaktivem Fragebogen werden die Schülerinnen und Schüler dazu aufgefordert, die eigene Haltung in Bezug auf den Holocaust zu reflektieren.

Zudem kann ich Ihnen die WDR History App sehr empfehlen. Da die Schülerinnen und Schüler wahrscheinlich am besten an die Erfahrungen von Anne Frank anknüpfen können, halte ich gerade das zweite Kapitel für besonders ergreifend. Die Nutzer der App lernen Anne Frank durch die Augen ihrer beiden engsten Freundinnen kennen und erleben die bewegende Geschichte mitten im Klassenzimmer oder Zuhause.

Weiterhin finden Sie bei der Bundeszentrale für politische Bildung das Oral-History-Projekt „The Library of Rescued Memories – die Bibliothek der geretteten Erinnerungen“ der Wiener Organisation CENTROPA. Mit Hilfe von animierten Fotos und Karten sowie autobiographischen Erzählungen werden hier die Lebenswege europäischer Juden eindrucksvoll nachgezeichnet.

Ich bedanke mich, dass Sie heute mit dabei waren. Ich hoffe, Sie haben ein paar außergewöhnliche Ideen für Ihre Unterrichtsgestaltung mitnehmen können, an die sich Ihre Schülerinnen und Schüler noch lange erinnern werden – und die, wie Roman Herzog meinte, auch in die Zukunft wirkt.


Dieser Podcast steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Dr. Caroline Hartmann für Deutscher Bildungsserver


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