Kategorie: Open Access

Beiträge rund um das Thema Open Access in Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung.

Neue Studie von FAZIT Forschung: Open Access – Open Content. Freie Inhalte als Herausforderung für Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.

Die Studie “Open Access – Open Content. Freie Inhalte als Herausforderung für Wirtschaft, Wissenschaft und Politik” legt den Status Quo von Open Content und dessen Entwicklungspotenziale dar. Außerdem behandelt sie rechtliche Fragen und Herausforderungen und stellt aktuelle Marktstrukturen sowie mögliche Geschäftsmodelle vor.
Fehlende Geschäftsmodelle bremsen die Entwicklung freier Inhalte wie Texte, Musik, Bilder und Filme. Erste Ansätze, diese Hürde zu nehmen, werden in dieser neuen Studie ebenso vorgestellt wie die weiteren Herausforderungen und rechtlichen Fragen für Wirtschaft, Politik und Wissenschaft.  Anhand einer Fallstudie an der Universitätsbibliothek Konstanz wird zudem der konkrete hochschulseitige Umgang mit Open Content (Open Access) beleuchtet.
Die Studie ist erschienen in der Schriftenreihe der FAZIT Forschung, Band 16.
FAZIT Forschung
ist ein im Rahmen der Zukunftsoffensive III vom Land Baden-Württemberg gefördertes gemeinnütziges Forschungsprojekt für aktuelle und zukunftsorientierte Informations- und Medientechnologien und deren Nutzung in Baden-Württemberg.

Open Access für die Erziehungswissenschaft?

Teilnehmer Podiumsdiskussion Open AccessÜber diese Frage diskutierten Vertreter aus Wissenschaft, Verlagen und des DIPF auf der 60. Frankfurter Buchmesse im Rahmen des „Forum Wissenschaft“ über 60 Minuten. Auf dem Podium saßen Prof. Edwin Keiner, Prof. für Allgemeine Pädagogik an der Universität Erlangen-Nürnberg; Frau Barbara Budrich vom Verlag Barbara Budrich; Herr Arndt Bertelsmann vom W. Bertelsmann Verlag sowie Doris Bambey und Günther Hansen vom Informationszentrum (IZ) Bildung des DIPF. Das IZ Bildung des DIPF hatte zur Veranstaltung eingeladen.

Ist Open Access ein Thema für die Erziehungswissenschaft? Und welche Rolle spielen Verlage in Kooperation mit PEDOCS, dem fachlichen Repositorium der Erziehungswissenschaft? Bemerkenswert war das Ausbleiben grundsätzlicher Kontroversen vor dem Hintergrund der als durchaus konfliktträchtig bekannten Diskussion um Open Access der vergangenen Jahre. Vielmehr wurde um die Verteilung der Rollen im neu zu besetzenden Publikationsfeld „Open Access“ diskutiert – mit anderen Worten: Open Access ist in der Erziehungswissenschaft angekommen. Wenn aber sowohl die öffentliche Hand in Gestalt des IZ Bildung als Betreiber des Dokumentenservers PEDOCS als auch privatwirtschaftlich agierende Verlage für sich beanspruchen, dem (neuen) Informationsbedürfnis der Rezipienten nach kostenfreiem Zugang zu erziehungswissenschaftlichen Inhalten nachzukommen oder dies in naher Zukunft beabsichtigen – dann stellt sich lapidar die Frage: Wer macht was? Sinn der Veranstaltung war es daher, im Hinblick auf die notwendige Koordinierung dieser Konstellation frühzeitig eine „Win-Win-Kooperation“ zwischen Verlagen und PEDOCS aufzubauen.

Als Informationsmaterialien zu dieser Veranstaltung finden Sie neben der hier abrufbaren

PDF Icon Zusammenfassung der Podiumsdiskussion

noch den Mitschnitt als Podcast, den Sie direkt im Blog abspielen oder als MP3-Datei über den unten angezeigten Link “Download” herunterladen können.

Das neue Urheberrecht und die Wissenschaft

Professor Rainer Kuhlen, Informationswissenschaftler an der Universität Konstanz, präsentierte diesen Monat in einer Vortragsveranstaltung im Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) seine Überlegungen zu “Politischen, rechtlichen und ökonomischen Aspekten der Regulierung des Umgangs mit Wissen und Information”. Nach einigen grundlegenden Gedanken zum rechtlichen Status des “Commons” (Gemeinguts) Wissen und zur problematischen Entwicklung des Urheberrechts in Richtung Handelsrecht, wird das Dilemma zwischen typischen aktuellen Nutzungsszenarien von Information und Wissen durch Bildungseinrichtungen und den Restriktionen des novellierten Urheberrechts (des sogenannten 2. Korbs) an einigen Beispielen herausgearbeitet. Abschließend werden die ambivalenten Wirkungen des neuen Urheberrechts verdeutlicht: mit dem 2. Korb ist es zwar nicht gelungen, ein bildungs- und wissenschaftsfreundliches Urheberrecht zu schaffen – sofern aber längerfristig den Wissenschaftlern bewusst wird, dass ein solches verwertungsorientiertes Recht die Informationsversorgung in Bildung und Wissenschaft nicht sichern kann, werden sie sich eher Publikationsformen des Open Access zuwenden.

Wer die Auseinandersetzung mit diesem Thema vertiefen möchte, kann das aktuelle Buch von Rainer Kuhlen “Erfolgreiches Scheitern – eine Götterdämmerung des Urheberrechts” frei als PDF herunterladen, oder auch beim Verlag direkt bestellen. Dem freien Download kann eine Spende zugunsten des Aktionsbündnisses Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft beigegeben werden.

P.S.: Eric Steinhauer, stellvertretender Direktor der Universitätsbibliothek Magdeburg, hat seit Oktober ein Blog zum Thema “Wissenschaftsurheberrecht” eingerichtet.

Dateien zum Download (rechter Mausklick, “Ziel speichern unter”)