Nach dem Bildungsgipfel – wird Deutschland Bildungsrepublik?

23.10.2008 Joerg M. Beitrag in der Kategorie Bildungspolitik, Diskussion | 2 Kommentare » |

Was war das denn nun? Verwundert blicken wir auf den gestrigen Bildungsgipfel zurück. Kaum fing er an, war er auch schon zu Ende. Bund und Länder finden das „zügig“ erreichte Ergebnis gut, wie man auch der Dokumentation der Bundesregierung entnehmen kann.

Doch es muss kritisch gefragt werden dürfen, ob der erreichte Minimalkonsens zwischen Bund und Länder die Bildungsrepublik Deutschland erstehen lässt. Wie ist das groß angekündigte Prestigeobjekt Bildungsgipfel zu beurteilen, wenn durch die Finanzkrise die Finanzpolitik der Bildungspolitik den Rang abläuft und, um in der Sprache der Finanzwirtschaft zu bleiben, die Rendite des Bildungsgipfels nicht der Rede Wert ist.
Prof. Thomas Rauschenbach, Direktor des Deutschen Jugendinstituts (DJI), z.B. fordert im Interview mit der Süddeutschen Zeitung, dass der Bundespräsident seine moralische Autorität nach dem Scheitern des Bildungsgipfels nutzen muss, da Politik und Interessenverbände bisher nicht zu Veränderungen in der Bildungspolitik in der Lage waren und sind.
Im Interview mit der Tagesschau der ARD betont Prof. Klaus Klemm durchaus sein Verständnis für die mißliche Lage in der sich Bund und Länder befinden in diesem Stadium der Finanzkrise. Er gibt aber auch zu Bedenken, dass dann nicht alle Hoffnungen auf die Bildungsrepublik Deutschland von der Politik auf ein solches Ereignis wie den Bildungsgipfel konzentriert werden dürfen.

Eine weitere Bewertung des Bildungsgipfels findet sich auch hier.

„Bildung + Innovation“, das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen des Innovationsportals beim Deutschen Bildungsserver, berichtet in einem ausführlichen Dossier über die Reaktionen auf den Bildungsgipfel.


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  • 2 Kommentare auf “Nach dem Bildungsgipfel – wird Deutschland Bildungsrepublik?”

    1. Optimum sagt:

      Bildung an sich hört sich in erster Linie ja gut an, wird aber dann unangenehm wenn es Geld kosten soll. Immerhin werden an so vielen Ecken Gelder benötigt wie für Banken, Renten, Familien u.s.w.

      Anscheinend sind all solche Lücken weitaus bedeutender, als die Bildung. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass viele Mittel sofort greifen, Bildung im schlimmsten Falle jedoch 12 und mehr Jahre benötigt bis sich die ersten Erfolge bemerkbar machen…

      Traurig aber wahr

    2. Bildungskauderwelsch
      Wir können den nationalen Bildungsgipfel und PISA 2008 etwa so zusammenfassen:
      Bildungsgipfel, Bildungsg, Bild, Bi, B. -ääh, war da was? Über allen Gipfeln, Wipfeln ist Ruh‘.
      PISA 2008, 2006, 2003 ,2000 – Sturm im Wasserglas, gut das wir mal darüber gesprochen haben – psssst!
      Es gibt kein Analyseproblem mehr, nur eine eklatante „Handlungslücke“, „Gerechtigkeitslücke“, „Bildungslücke“ und vielfältige Krücken der Scheinproduktion.

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