Mindeststandards in der Bildung

Audio-Linkempfehlungen zum Bildungspolitischen Forum 2022

2002 hat die Kultusministerkonferenz beschlossen, Bildungsstandards in den Bundesländern zu entwickeln – als bildungspolitische Antwort auf den PISA-Schock zwei Jahre zuvor. Seitdem wurden nicht nur Bildungsstandards für alle Schulstufen und verschiedene Fächer entwickelt, auch ein Bildungsmonitoring wurde eingeführt. Die Ergebnisse dieser nationalen Lernstandserhebungen und Ländervergleichsstudien geben klare Hinweise, wo und auch wie die Bildungspolitik steuernd eingreifen könnte. Beim Bildungspolitischen Forum des Leibniz-Forschungsnetzwerks „Bildungspotenziale“ am 27. September diskutieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, ob und wie Mindeststandards einen Beitrag zu besserer Bildung für alle schaffen können – nicht nur in der Schule, sondern auch in der Elementarbildung, der Aus- bzw. Berufsbildung und der Hochschulbildung.

Als Informations- und Diskussionsgrundlage empfiehlt Christine Schumann einige ausgewählte Seiten und Quellen zum Thema Mindeststandards aus dem Pool des Deutschen Bildungsservers.

„Mindeststandards – ein Beitrag zu besserer Bildung für alle?“
Bildungspolitisches Forum des Leibniz-Forschungsverbunds Bildungspotenziale am 27. September 2022in Berlin.

Zum allgemeinen DBS-Dossier „Bildungsstandards

Zu Bildungsstandards in der Elementarbildung

Zu Bildungsstandards in der Berufsbildung

Zu Bildungsstandards in der Hochschulbildung

Mindeststandards und Digitale Kompetenzen


Lesefassung

Bildungsstandards – im Mai 2002, also vor ziemlich genau zwanzig Jahren, hat die Kultusministerkonferenz beschlossen, Bildungsstandards in den Bundesländern zu entwickeln – als bildungspolitische Antwort auf den PISA-Schock zwei Jahre zuvor. Seitdem wurden in den Ländern nicht nur Bildungsstandards für alle Schulstufen und verschiedene Fächer entwickelt, es wurde auch ein Bildungsmonitoring eingeführt. Die Ergebnisse dieser nationalen Lernstandserhebungen und Ländervergleichsstudien geben klare Hinweise, wo und auch wie die Bildungspolitik steuernd eingreifen könnte.

Wie wichtig solche Studien sind, beweisen die im Juli 2022 veröffentlichten Bildungstrends des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen, des IQB. Sie zeigen wie sich die Schulschließungen und der Fernunterricht während der Corona-Pandemie auf das Leistungsniveau der Viertklässler ausgewirkt haben: Im Jahr 2021 lagen sie in Mathematik und Lesen ein Viertel bis ein Drittel eines Schuljahrs hinter dem Niveau von vor 5 Jahren.

Am 27. September diskutieren nun Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beim Bildungspolitischen Forum des Leibniz-Forschungsnetzwerks „Bildungspotenziale“, ob und wie Mindeststandards einen Beitrag zu besserer Bildung für alle schaffen können – also nicht nur in der Schule, sondern auch in der Elementarbildung, der Aus- bzw. Berufsbildung und der Hochschulbildung.

Guten Tag und herzlich willkommen bei Bildung auf die Ohren, dem Podcast des Deutschen Bildungsservers. Mein Name ist Christine Schumann.

Ich möchte Ihnen heute – gewissermaßen als Informations- und Diskussionsgrundlage – einige ausgewählte Seiten und Quellen zum Thema Mindeststandards aus dem Pool des Deutschen Bildungsservers empfehlen.

Um in der Kita sinnvolle, nicht zu unterschreitende Bildungsstandards zu diskutieren, muss man sich erstmal über den Bildungsauftrag frühkindlicher Betreuungseinrichtungen klar werden. Im 2004 von der Jugend- und Familienministerkonferenz und der Kultusministerkonferenz beschlossenen  „Gemeinsamen Rahmen der Länder für die frühe Bildung in Kindertageseinrichtungen“ haben sich die Länder auf länderübergreifende Bildungsziele und Bildungsbereiche verständigt. Diese jüngst umfassend aktualisierten Grundsätze der Bildungs- und Erziehungsarbeit von Kitas werden mithilfe von Bildungsplänen auf Landesebene konkretisiert. Den gemeinsamen Rahmen, die darauf aufbauenden Bildungspläne der Bundesländer und Informationen zu den Umsetzungen finden Sie im Dossier „Zum Bildungsauftrag in Kindertagesbetreuung“

Damit Kinder ein bestimmtes Bildungsziel in der Kita erreichen können, muss natürlich auch die Qualität stimmen. Deshalb sind verbindliche und einheitliche Qualitätsstandards seitens der Kita Voraussetzung für den Bildungserfolg. Ein Anfang wurde mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindertagesbetreuung gemacht, dem „Gute-Kita-Gesetz“. Was es genau beinhaltet, wie es in den Bundesländern umgesetzt wird und welche Positionen verschiedene Akteure dazu haben, können Sie über unsere Seite „Gute-Kita-Gesetz -Umsetzung in den Bundesländern“ einsehen.

Ein weiterer Aspekt, der bei der Diskussion um Bildungsstandards in der Elementarbildung zentral ist, ist die Frage nach der „Schulfähigkeit“ oder Schulbereitschaft des Kindes und was die Kita dazu beitragen kann. Welche Kriterien hier eine Rolle spielen, darüber können Sie sich im Dossier „Übergang Kindergarten Grundschule“ informieren. Dort sind auch die Regelungen aller Bundesländer rund um die Einschulung zu finden.

Und wie sieht es mit Bildungsstandards in der Ausbildung aus? Zumindest in der dualen Berufsausbildung existieren sie: 2020 haben Bund, Länder, Arbeitgeber und Gewerkschaften ausbildungsübergreifende Mindeststandards für die berufliche Bildung beschlossen. Seitdem müssen Betriebe und Berufsschulen den Auszubildenden Kompetenzen aus vier übergreifenden Themenbereichen vermitteln – Digitalisierung, Nachhaltigkeit, betriebliche Organisation, Sicherheit und Gesundheit.

Diese modernen Kompetenzfelder werden in den – Achtung, jetzt kommt ein bürokratisches Wortungetüm – Standardberufsbildpositionen geregelt. Sie gelten für alle anerkannten Ausbildungsberufe und sollen mit ausbildungsspezifischen Themen vermittelt werden. Weiterhin gibt es berufsspezifische Berufsbildpositionen und bundesweite Rahmenlehrpläne sowie standardisierte Anforderungen an Zwischen- oder Abschlussprüfungen. Ausführliche Informationen dazu finden Sie auf der Seite Standards in der beruflichen Bildung.

In der vollzeitschulischen Ausbildung und im Übergangsbereich gibt es solche Mindeststandards eher nicht. Anknüpfungspunkte geben eventuell bestehende Förderkonzepte und Informationen zur Berufsausbildungsvorbereitung in den Bundesländern. Auf der gleichnamigen Seite beim Deutschen Bildungsserver könnte es dazu einiges zu entdecken geben.

Ja, auch im Hinblick auf die Studierfähigkeit lässt sich über Mindestanforderungen diskutieren. Weil es an Universitäten und Hochschulen in vielen – vor allem eher naturwissenschaftlichen – Studiengängen hohe Abbruchquoten gibt, wurden dort spezielle Brückenkurse für Erstsemester entwickelt. Sich solche Angebote genauer anzuschauen und zu analysieren, könnte bei der Entwicklung von Mindeststandards auch in Hinblick auf die allgemeine Hochschulreife hilfreich sein. Beim Deutschen Bildungsserver sind in diesem Zusammenhang die Seiten zu den MINT-Studienfächern und zu den Studienwahltests interessant.

Und was Bildungs- oder Mindeststandards im Bereich digitale Kompetenzen – sowohl für die Lehreraus- und weiterbildung wie für Schülerinnen und Schüler angeht, empfehle ich unsere Seite „Digitales Lernen und Lehren in der Schule“. Die dort verlinkten Studien, Institutionen und Berichte bieten einen guten ersten Einblick. Für eine vertiefende Literaturrecherche empfehle ich das Fachportal Pädagogik, das bei einer einfachen Freitext-Suche ab 2010 zu „Digitale Kompetenzen“ und dem Schlagwort LEHRER 91 Treffer auflistet.

Ob ich Sie mit meinen Linkempfehlungen aus dem Deutschen Bildungsserver ein wenig neugierig auf das Thema Bildungsstandards / Mindeststandards machen konnte? Ich würde mich freuen! Vielleicht schauen Sie sich im Vorfeld – oder auch im Nachgang – des Bildungspolitischen Forums auf den vorgeschlagenen Seiten um.

Vielen Dank für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal.


Dieser Podcast steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Christine Schumann für Deutscher Bildungsserver



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