bildungsserver Blog

Europe goes OER. Welchen Weg geht Deutschland?

09.04.2014 Blees Beitrag in der Kategorie Bildungspolitik, Creative Commons, Diskussion, Mediennutzung, Open Educational Resources, Unterrichtsmaterial | 1 Kommentar » |

OER goes Europe IntroPic

Unter diesem Titel wurde letzten Donnerstag (3.4.2014) in Berlin in den gut besuchten Räumen von Wikimedia Deutschland die Neuauflage des OER-Whitepapers für Schulen in Deutschland präsentiert, das in einer ersten Fassung 2012 erschien. Neben der Vorstellung des „neuen“ Whitepapers durch einen der Autoren, Jöran Muuß-Merholz, konnte von den Veranstaltern für den Abend ein weiterer hochkarätiger Redner gewonnen werden: Fred Mulder, Lehrstuhlinhaber des UNESCO Chairs für Open Educational Resources an der Open Universiteit der Niederlande, der seine Ideen zu Open Education im europäischen und weiteren internationalen Kontext vortrug. Die beiden OER-Experten diskutierten anschließend mit dem Publikum eine weitere Stunde zum Thema des Abends. Diesen Beitrag weiter lesen »

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Jetzt erschienen: Zeitschrift Weiterbildung, Heft 2/2014: Digitale Medien – Lernen ohne Grenzen

09.04.2014 Hirschmann Beitrag in der Kategorie Berufliche Weiterbildung, Bildungsforschung, Bildungspolitik, Didaktik, Diskussion, E-Learning, Erwachsenenbildung, Erziehungswissenschaft, Internet, Kommunikation, Lebenslanges Lernen, Lernen, Medien, Medienkompetenz, Mediennutzung, Mobiles Internet, Open Access, Open Educational Resources, Social Media, Technologie, Web 2.0, Weiterbildung | Kommentieren » |

  
ZS WB 2/2014

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Weiterbildung mit dem Schwerpunkt “Digitale Medien – Lernen ohne Grenzen´´ entstand in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Bildungsserver und ist nun erschienen. U.a. mit einem Interview mit Jochen Robes: “Mehr als Blended Learning!´´.
Ingo Blees und Axel Kühnlenz plädieren in ihrem OER-Beitrag für freien Wissenserwerb auch in der Weiterbildung.
Die Themen E-Learning und MOOCs sind zudem Gegenstand mehrerer Beiträge.
- Editorial von RA Jörg E. Feuchthofen und Doris Hirschmann
- Inhaltsverzeichnis des Hefts
- Linkempfehlungen zum Schwerpunkt von Renate Tilgner
 
 
 
 

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Didacta 2014

25.03.2014 AB Beitrag in der Kategorie Allgemein, Bildung, Bildungsmesse, Didaktik, E-Learning | Kommentieren » |

Von heute bis Samstag findet in Stuttgart die Bildungsmesse Didacta statt.

Im Web lässt sie sich bei Twitter und zeitweise via Livestream verfolgen.

Außerdem berichten diverse Medien, z.B.:

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8. März 2014 – Internationaler Frauentag – Beitrag zur Studie “Frauen auf dem Sprung”, Hinweise auf Aufrufe, Aktionen, Veranstaltungen und auf Unterrichtsmaterial

07.03.2014 Hirschmann Beitrag in der Kategorie Bildung, Bildungspolitik, Chancengleichheit, Frau, Gender, Gleichstellung, Inklusive Bildung, Internationaler Frauentag, Mann, Politik, Politische Bildung, Sozialpolitik, Unterrichtsmaterial | Kommentieren » |

 
Bildung + Innovation

 

Anlässlich des Internationalen Frauentages befasst sich der aktuelle Beitrag unseres Online-Magazins “Bildung + Innovation´´ mit der Studie “Frauen auf dem Sprung´´, die von der Frauenzeitschrift BRIGITTE gemeinsam mit dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und dem Institut für angewandte Sozialwissenschaft (infas) durchgeführt wurde.

 
 
 
 
 

Das Dossier “Internationaler Frauentag 2014″ des Deutschen Bildungsservers enthält u.a. Hinweise auf Aufrufe, Aktionen und Veranstaltungen. Materialien für den Unterricht finden sich unter “Internationaler Frauentag: Linktipps für den Unterricht”.
 

Der Internationale Frauentag 2014 steht bei den Vereinten Nationen unter dem Leitgedanken:
“Equality for women is progress for all – Die Gleichstellung von Frauen ist Fortschritt für Alle”.
Zur Einstimmung auf den internationalen Frauentag 2014 die Video-Botschaft der UN Women Executive Direktorin Phumzile Mlambo-Ngcuka:

 
 

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Wie gut sind Weiterbildungsdatenbanken? – Startschuss für großangelegte Online-Umfrage des InfoWeb Weiterbildung (IWWB)

27.01.2014 Hirschmann Beitrag in der Kategorie Befragung, Berufliche Weiterbildung, Bildungsinformation, Erwachsenenbildung, Onlineumfrage, Qualitätssicherung, Weiterbildung | Kommentieren » |

Das InfoWeb Weiterbildung (IWWB) führt eine großangelegte Online-Umfrage zu Weiterbildungsdatenbanken durch. Die Qualität der Angebote und das Nutzerverhalten stehen dabei im Blickpunkt. Ab jetzt kann man auf den Seiten von 40 Weiterbildungsdatenbanken und auf der Hom epage des IWWB selbst an der Umfrage teilnehmen. Die Befragten können dort bis Ende Februar ihre Meinung über die jeweilige Datenbank abgeben. An den jährlich durchgeführten Befragungen nehmen regelmäßig 2000 bis 3000 Besucherinnen und Besucher von Weiterbildungsdatenbanken teil. Die Auswertung der Ergebnisse wird zeitnah veröffentlicht.

Das Beantworten der Fragen kann sich lohnen: Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden zahlreiche attraktive Preise verlost, die Sponsoren freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben. Dazu gehören E-Book-Reader, Büchergutscheine, Zeitschriften-Abos und ein Zuschuss zu einer beliebigen Weiterbildung. Zur Umfrage gelangt man ganz einfach: Entweder erscheint beim Aufruf der Homepage ein Fenster mit einem Link zum Fragebogen oder es findet sich dort ein deutlicher Hinweis auf die Umfrage. Der IWWB-Fragebogen kann direkt über dessen Seite aufgerufen werden.

Eine Liste aller beteiligten Datenbanken mit den Links zu deren Webseiten findet sich hier: www.bildungsserver.de/link/iwwb_onlineumfrage_2014

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Das InfoWeb Weiterbildung im Internet: www.iwwb.de

Das IWWB, die Metasuchmaschine für Weiterbildungskurse, ist ein Angebot des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) im Rahmen des Deutschen Bildungsservers und ermöglicht die Suche nach Weiterbildungsangeboten in rund 100 kooperierenden Datenbanken.

Kontakt
Wolfgang Plum, InfoWeb Weiterbildung, Tel.: +49 (0)40 854038-70, E-Mail: info@iwwb.de
Pressekontakt: Philip Stirm, DIPF, Tel.: +49 (0)69 24708-123, E-Mail: stirm@dipf.de

Der Deutsche Bildungsserver ist der zentrale Wegweiser zu Bildungsinformationen im Internet und wird als Gemeinschaftsservice von Bund und Ländern im DIPF koordiniert.

Das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) ist eine wissenschaftliche Einrichtung für die Bildungsforschung. Es unterstützt Wissenschaft, Politik und Bildungspraxis durch empirische Forschung und wissenschaftliche Infrastruktur. Arbeitsschwerpunkte sind die Struktur und Steuerung des Bildungswesens, die Qualität und Wirksamkeit von Bildungsprozessen, die individuelle Entwicklung in Bildungskontexten und die Bildungsgeschichte. Zudem stellt das Institut zentrale Angebote der Bildungsinformation wie den Deutschen Bildungsserver und das Fachportal Pädagogik zur Verfügung. Das DIPF ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.
 
 

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Gastbeitrag: Prof. Dr. Beatrice Rammstedt & Daniela Ackermann: PIAAC – Grundkompetenzen Erwachsener: Ergebnisse und Ausblick

17.12.2013 Hirschmann Beitrag in der Kategorie Bildung, Bildungsbericht, Bildungsforschung, Bildungspolitik, Chancengleichheit, Diskussion, Erwachsenenbildung, Forschung, Kompetenz, Lebenslanges Lernen, NEPS, OECD, PIAAC, Weiterbildung | Kommentieren » |

Seit der Veröffentlichung der PIAAC-Studie wird die Expertise der Projektleiterin für PIAAC in Deutschland Prof. Dr. Beatrice Rammstedt und ihrer Mitarbeiterin Daniela Ackermann permanent sehr stark nachgefragt. Aber sie haben nun Zeit gefunden, unserer Bitte nachzukommen, und sich zu einem Beitrag über PIAAC bereit erklärt. Wir freuen uns sehr, dass damit die Reihe der Gastbeiträge im bildungsserverBLOG zu PIAAC fortgesetzt werden kann, und wünschen eine interessante Lektüre.
Noch ein Hinweis: beim Deutschen Bildungsserver steht ein Dossier zu PIAAC zur Verfügung mit direkten Verweisen auf die Studie, die Kurzfassung, zur Vorgeschichte und einer Auswahl an Stellungnahmen.

Prof_Dr_Beatrice_Rammstedt

 

Prof. Dr. Beatrice Rammstedt ist Projektleiterin (NPM) für PIAAC in Deutschland und Professorin für Psychologische Diagnostik, Umfragedesign und Methodik an der Universität Mannheim sowie wissenschaftliche Leiterin der Abteilung Survey Design and Methodology bei GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften.

 

 

Daniela_Ackermann

 

Daniela Ackermann ist wissenschaftliche Mitarbeiterinnen im nationalen PIAAC-Team bei GESIS.

 

 

 

PIAAC wurde bereits 2008 von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) initiiert. Am 8. Oktober 2013 wurden nun die Ergebnisse der Studie veröffentlicht, welche in mehr als 20 Ländern Grundkompetenzen Erwachsener im internationalen Vergleich untersuchte. Zum ersten Mal liegen mit PIAAC nun international vergleichende Daten von sehr hoher Qualität über die zentralen Grundkompetenzen Erwachsener vor. Dabei standen Lesekompetenzen, alltagsmathematische Kompetenzen sowie Problemlösekompetenzen im Kontext neuer Technologien im Fokus. Sie bilden eine wichtige Grundlage für die Entwicklung zahlreicher weiterer spezifischer Kompetenzen und Fertigkeiten.

Ergebnisse für Deutschland
Im internationalen Vergleich liegen die Grundkompetenzen für Deutschland in allen drei Domänen mehr oder minder im durchschnittlichen Bereich. So zeigen die Ergebnisse, dass Deutschland eine leicht unterdurchschnittliche Lesekompetenz, eine leicht überdurchschnittliche alltagsmathematische Kompetenz und eine durchschnittliche technologiebasierte Problemlösekompetenz aufweist.

Das unterdurchschnittliche Abschneiden Deutschlands im Bereich der Lesekompetenz ist hauptsächlich durch Schwächen im unteren Leistungsbereich begründet. Bei den leistungsschwächsten Viertel der Deutschen verdoppelt sich der Abstand zum OECD-Durchschnitt. Umgekehrt lässt sich das leicht überdurchschnittliche Abschneiden in der Alltagsmathematik auf Stärken im oberen Leistungsbereich zurückführen.

Betrachtet man die verschiedenen Länder im Vergleich zeigt sich, dass die Kompetenzwerte der meisten Länder recht homogen sind. So liegen die Lesekompetenzwerte von mehr als der Hälfte der Länder in einer Spanne von fünf Punkten um den OECD-Mittelwert. Mit Abstand die höchsten Werte in der Lese- und alltagsmathematische Kompetenzen erzielt Japan; die niedrigsten Werte erreichen Spanien und Italien.

Stärker noch als die Länder untereinander unterscheiden sich verschiedene Bevölkerungsgruppen innerhalb der Länder. Nicht überraschend unterscheiden sich besonders deutlich Personen mit einem unterschiedlichen Bildungsabschluss: So haben – über alle Länder hinweg – Personen mit einem niedrigen Abschluss im Mittel geringere Kompetenzen. Besorgniserregend aus deutscher Perspektive ist in diesem Zusammenhang, dass mehr als die Hälfte der Personen mit maximal einem Hauptschulabschluss nur über sehr geringe Lese- und alltagsmathematische Kompetenzen verfügen. Aufgrund der sehr geringen Grundkompetenzen und des niedrigen Bildungsabschlusses ist zu befürchten, dass diese Personengruppe geringere Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat und somit ebenfalls vergleichsweise geringere Möglichkeiten die Grundkompetenzen im beruflichen Kontext weiterzuentwickeln.

Zwar wurden in PIAAC keine berufsspezifischen Kompetenzen erfasst, die Ergebnisse zeigen jedoch, dass höhere Grundkompetenzen mit Arbeitsmarkterfolg einhergehen. So zeigt sich, dass höhere Grundkompetenzen für die Teilhabe am Arbeitsmarkt relevant sind: Erwerbstätige weisen im Mittel höhere Grundkompetenzen auf als Nicht-Erwerbspersonen oder Erwerbslose. Personen mit geringeren Kompetenzen haben demnach ein erhöhtes Risiko erwerbslos zu sein. Daneben zeigt sich, dass Personen mit höheren Kompetenzen im Mittel auch mehr verdienen, als Personen mit geringeren Kompetenzen. Auch der Bildungshintergrund der Eltern spielt im Erwachsenenal¬ter eine Rolle für Kompetenzunterschiede. Besonders in Deutschland, nur noch übertroffen von den Vereinigten Staaten, besitzen Personen deren Eltern einen niedrigeren formalen Bildungsabschluss haben, auch im Erwachsenenalter geringere Kompetenzen, als Personen deren Eltern einen höheren Abschluss haben.

Insgesamt betrachtet zeigen die Ergebnisse von PIAAC deutlich Parallelen zu den PISA-Ergebnissen der letzten Jahre. Wie in PISA 2000 zeigt sich in PIAAC eine im internationalen Vergleich unterdurchschnittliche Lesekompetenz. Diese ist insbesondere auf Schwächen im unteren Leistungsbereich zurückzuführen. Ebenfalls wie in PISA ist in Deutschland der Effekt der sozialen Herkunft besonders stark ausgeprägt.

Ähnlich wie in den aktuellsten Ergebnissen von PISA, welche Anfang Dezember veröffentlicht wurden, ist auch in PIAAC ein positiver Trend in der Lesekompetenz zu erkennen: Betrachtet man die Lesekompetenz der jüngsten Gruppe, nämlich 16- bis 24-Jährigen, im internationalen Vergleich zeigt sich ein positiveres Bild aus deutscher Perspektive: Die Jüngsten erzielen im Mittel deutlich bessere Lesekompetenzen, welche sich nicht mehr vom internationalen Durchschnitt unterscheiden.

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Die aktuelle PISA-Studie ist seit heute online

03.12.2013 Hirschmann Beitrag in der Kategorie Befragung, Bildung, Bildungsforschung, Bildungsinformation, Bildungspolitik, Bildungsreform, Diskussion, Forschung, Kompetenz, OECD, PISA | Kommentieren » |

 
Neben der Studie in englischer und deutscher Sprache stellt der Deutsche Bildungsserver in seinem
Dossier zur heute erschienenen aktuellen PISA-Studie
außerdem Hinweise auf erste Reaktionen und auf weiterführende Informationen zur Verfügung.
 
Das folgende Video stammt von der OECD und stellt die PISA Studie ganz allgemein als Chance zur Weiterentwicklung von Bildungssystemen vor:

 
 

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Gastbeitrag: Prof. Dr. Anke Grotlüschen: PIAAC und die Folgen. Eine unautorisierte Einschätzung der Diskussion.

11.11.2013 Hirschmann Beitrag in der Kategorie Bildung, Bildungsbericht, Bildungsforschung, Bildungspolitik, Chancengleichheit, Diskussion, Erwachsenenbildung, Forschung, Kompetenz, Lebenslanges Lernen, NEPS, PIAAC, Weiterbildung | Kommentieren » |

Wir vom BLOG des Deutschen Bildungsservers freuen uns, dass

Prof. Dr. Anke Grotlüschen, Universität hamburg

 

Prof. Dr. Anke Grotlüschen, Professorin für Lebenslanges Lernen
an der Universität Hamburg

 

 

auf unsere Bitte hin, als Gastautorin in diesem Forum eine Betrachtung zu den Ergebnissen, Stellungnahmen und politischen Konstellationen rund um das “Programme for the International Assessment of Adult Competencies (PIAAC) veröffentlicht. Herzlichen Dank an Frau Grotlüschen und hier ihr Beitrag:

1. Ergebnisse
(Quelle: Beatrice Rammstedt (Hg.): Grundlegende Kompetenzen Erwachsener im internationalen Vergleich. Ergebnisse von PIAAC 2012. Online auf den Seiten der GESIS www.gesis.org/piaac).
Deutschland liegt im Mittelfeld, teilweise unter dem Durchschnitt, auf jeden Fall nicht in einem Bereich der Dichter und Denker. Die Selektionsweltmeisterschaft geht zwar an die USA, aber Deutschland belegt den zweiten Platz, wenn man die soziale Herkunft und die Kompetenzen in ein Verhältnis zueinander setzt. Die Selektivität der Weiterbildungsteilnahme ist in Deutschland hingegen extrem hoch, Menschen auf dem Lese-Level 4/5 haben eine dreimal so hohe Wahrscheinlichkeit, an Weiterbildung teilzunehmen, wie Menschen auf dem Lese-Level 1 (70% vs. 28%). Menschen mit geringen Kompetenzen finden in Deutschland offenbar viel zu wenige Chancen, in Weiterbildung – vor allem auch im Betrieb – einzumünden.
Verdrängt haben wir zudem die Frage, wie das Älterwerden mit Kompetenz zusammenhängt. Die Kohorte ab 45 Jahren ist im Mittel weniger kompetent als die Jüngeren. Dem strukturellen Kompetenznachteil dieser Kohorten kann offenbar durch Weiterbildung entgegengewirkt werden. In einer alternden Gesellschaft ist dies auch von Bedeutung, um dem biologischen Altersabbau entgegenzuwirken.
Wenn man diese Faktoren – geringe Kompetenz und höheres Lebensalter – zusammennimmt, wird auch deutlich, dass eine erhöhte Investition in Schulbildung allein keine Lösung sein kann. Ein Drittel der Bevölkerung ist über 50 Jahre alt, soll noch weitere 15 Jahre arbeiten, wird noch jahrzehntelang wählen, Enkelkinder betreuen und Pflegeaufgaben übernehmen. Weiterbildung scheint den Kompetenzabbau verlangsamen zu können.
Kompetenzen werden gebraucht, so die Datenlage. Mathematisches Alltagswissen geht mit Erwerbstätigkeit und Einkommen sogar noch höher einher als die Lesekompetenz. Allerdings sind auch Kompetenzen in der Bevölkerung vorhanden, die im Erwerbsleben nicht hinreichend genutzt werden. Deutschland ist zugleich ein Land hoher Ermessensspielräume bei der Arbeit. Die Voraussetzungen sind insofern gut, dem Verkümmern ungenutzter Kompetenzen entgegen zu treten.

2. Diskurs hier und anderswo
Die nachfolgenden Eindrücke basieren auf Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen im Ausland. Sie sind nicht gegengeprüft, können aber aufzeigen, dass teilweise völlig andere Themen aufgeworfen werden als in Deutschland. England sorgt sich z.B. darum, dass im Kohortenvergleich Ältere und Jüngere dicht beieinander liegen. Dies wird als schlechte Schulpolitik bewertet, tendenziell wird die Vorgängerregierung (Labour) dafür verantwortlich gemacht. Die Weiterbildungsstrategie (Skills for Life) der fraglichen Vorgängerregierung wird offenbar nicht wieder aufgenommen.
In Dänemark werden die Versuche der EU problematisiert, in die nationale Bildungspolitik einzugreifen, auch kritisiert man die zunehmende Individualisierung von Weiterbildung, Bildungsberatung und Karriere.
Frankreich erlebt sich als eines der Schlusslicht-Länder und ist nicht stolz darauf. Man hatte seinerzeit am International Adult Literacy Survey nicht weiter teilgenommen, als sich ähnliche Ergebnisse abzeichneten. Die damals initiierte französische Literalitätserhebung hat ein nach wie vor weitreichendes Echo in Politik, Medien und Praxis. An der PIAAC hat Frankreich nach meiner Einschätzung nur aufgrund einer eigenartigen politischen Konstellation teilgenommen. Frankreich hat erhebliche Vorbehalte gegenüber der monopolistischen Testverwaltung durch das US-amerikanische Institut ETS.
Die USA wiederum melden sich aufgrund des Shutdown zunächst noch gar nicht zu Wort, der nationale PIAAC-Bericht musste insofern auch auf die Veröffentlichung warten. Das Nachbarland Kanada diskutiert hingegen die mangelnde Passung von Kompetenzen und Berufstätigkeit und die Digitale Literalität.

3. Mediales Echo in Deutschland
Die Akteure der PIAAC haben die Medien am Vortag informiert und auf die Einhaltung einer Embargo-Frist vertraut. Die Studie wurde in Deutschland am selben Abend in den Hauptnachrichten gesendet, erreichte den „Spiegel Online“ mit einer Teaser-Meldung am Vortag und einem Hauptartikel sofort nach der Publikation der Daten, landete auf dem Titel der „Zeit“ und befindet sich in jedem überregionalen Printmedium. Anders als bei LEO gab es offenbar keine kurze Presseagentur-Meldung, die sich überallhin fortgesetzt hat – dafür aber erheblich mehr eigens recherchierte und formulierte Langberichte. Die Kommentierung in Tagesschau und Tagesthemen wurde von der OECD, dem DVV und dem DGB vorgenommen, unisono mit einem Fokus auf Weiterbildung. Einzelstimmen weisen darauf hin, dass die Schulpolitik ihre Hausaufgaben erfolgreich gemacht habe. Auch daraus kann man schließen, dass es nun eher um Weiterbildung gehen sollte.

4. Forderungen der OECD
Forderungen gibt es reichlich, allein die Folien des OECD-Repräsentanten Andreas Schleicher enthalten eine Serie an Vorschlägen. Man könne beispielsweise von erfolgreichen Ländern lernen, dass sie flexiblere Arbeitsmärkte haben. Dass sie weniger auf Berufsqualifikation und mehr auf die Anerkennung informell erworbener Kompetenzen setzen. Dass sie mit individueller Bildungsberatung die Passung verbessern. Problematisch ist daran die Kausalität, die hier vorausgesetzt wird. Für kausale Zusammenhänge helfen keine Daten, sondern Theorien. Und die Theorie, die besagt, Flexibilisierung, Individualisierung und Deinstitutionalisierung sorge für bessere Jobs und besseres Leben, kennt man als Neoliberalismus.
Erkennbar sind aber auch marktwirtschaftliche Interessen der Testhersteller. Neben den bevölkerungsweiten Tests im Quer- und Längsschnitt ist auch die individuelle Testung, etwa zum Zwecke der Anerkennung von Kompetenzen oder zur Studienzulassung, zu einem Markt weltweit handelbarer Bildungsdienstleistungen geworden. Mit dem Titel „Education and Skills online“ liegt ein kostenpflichtiger PIAAC-Individualtest vor, der 2014 ans Netz geht. Deutschland hat sich nicht daran beteiligt, aber in den angloamerikanischen Ländern ist zu erwarten, dass Studienzulassung, Bildungstitel-Vergabe und Einstellung nach und nach von solchen Tests Gebrauch machen werden.
Die OECD versucht m.E., Deutungshoheit über das Bildungs- und Weiterbildungssystem zu gewinnen. Die online übertragene Vorstellung der Ergebnisse durch den OECD Generalsekretär José Angel Gurría machte deutlich: Die OECD bietet der EU eine Kooperation an, bei der sie für jedes EU-Land die Datenauswertung unterstützten werde und eine „road map“ für die bildungspolitischen Veränderungen vorschlagen werde. Da die EU eigentlich kraft Vertragswerk überhaupt keine bildungspolitische Kompetenz hat, ist es dramatisch genug, dass sie sich im Wege des Soft Law von Bologna über Lissabon in die Länderpolitik eingeschlichen hat. Immerhin besteht die EU-Kommission aber noch aus gewählten Vertretungen. Die OECD wird nicht gewählt, sie ist kein bildungspolitisches, sondern ein ökonomisches Institut und sie wird offensichtlich von der EU-Bildungsdirektion mit offenen Armen empfangen. Hier ist es m.E. wichtig, die Unterschiede zwischen den Positionen der OECD und den Positionen des deutschen Konsortiums, v.a. der GESIS, aufmerksam zu beachten.

5. Forderungen der Erwachsenenbildungsorganisationen und Sozialpartner
Die Europäische Assoziation für Erwachsenenbildung flankiert die Ergebnispublikation mit acht Empfehlungen (www.eaea.org/piaac). Sie zielen auf öffentliche Investitionen in Erwachsenenbildung, Motivationskampagnen, Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Organisationen, die „One Step Up“ Initiative, die Rolle von Erwachsenenbildung in Zeiten der Krise, Etablierung kohärenter Systeme lebenslangen Lernens, Anstrengungen zur Erreichung unterrepräsentierter Gruppen sowie die Kooperation aller relevanten Akteure.
Das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung hebt besonders die Korrelation von Beteiligung an lebenslangem Lernen einerseits und der Kompetenz, Gesundheit, Erwerbsbeteiligung, Einkommen sowie sozialer Integration hervor. Hier wird – in Übereinstimmung mit den Interpretationen der OECD – Bildung und lebenslanges Lernen für diese Ergebnisse als ursächlich angesehen.
Der Deutsche Volkshochschulverband fordert Investitionen in die Weiterbildung Geringqualifizierter und kritisiert eine „Bildungsspaltung“ entlang aller relevanten Differenzlinien (Erwerb, Alter, Migration, Elternhaus). Die DVV-Präsidentin Süssmuth kritisiert auch den Rückgang der staatlichen Weiterbildungsförderung als „Irrweg“. Gefordert werden nachholende Schul- und Berufsabschlüsse, eine nationale Dekade für Alphabetisierung, ein großes Nachqualifizierungsprogramm der Arbeitsagentur sowie ein Integrationsprogramm für Zuwanderer über den Sprachunterricht hinaus.
Die Arbeitgeberseite kommentiert die Ergebnisse mit dem Seitenhieb: „Mittelfeld reicht nicht“. Auch der DIHK fordert, in eine bessere Schul- und Weiterbildungspolitik zu investieren.
Der DGB kommentiert: „Soziale Auslese ist die Achillesferse des deutschen Bildungssystems“, kritisiert das „Schattendasein“ der Weiterbildung in der Bildungspolitik und fordert BAFöG-ähnliche Zuschüsse für nachholende Berufsabschlüsse sowie ein bundesweites Weiterbildungsgesetz für bessere Transparenz.
Fazit: So viel Aufmerksamkeit hat die Weiterbildungspolitik in Deutschland lange nicht mehr genossen, auch nicht während der LEO-Publikation. Bleibt zu wünschen, dass der gegenwärtige Drall nicht zu weiterer Delegation der Verantwortung an die Individuen führt, denn die EU-Kommissarin Vassiliou sagte zu Recht: „We’re in this together.“

 

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