Arbeitgeber sollen Top-Mitarbeiter als Hilfslehrer freistellen!

Bundesbildungsministerin Schavan hat vorgeschlagen, die besten Mitarbeiter von Unternehmen in Schulen unterrichten zu lassen, um den aktuellen Lehrermangel zu beheben.
Als Mittel zur Behebung des Lehrermangels wurde dieser Vorschlag sowohl von Arbeitgeberseite, als auch vom Präsidenten der Kultusministerkonferenz, Henry Tesch (CDU), für ungeeignet befunden.
Der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung, Ludwig Eckinger, befürchtet gar, dass „Top-Ingenieure als Laien in der Schule ins offene Messer rennen“. Denn auch die pädagogisch vorgebildeten Lehrer sind ausgebrannt und überfordert. Auf der Fachtagung “Auf den Lehrer kommt es an”, die vor wenigen Tagen in Trier stattgefunden hat, verwies der Frankfurter Erziehungswissenschaftler, Prof. Udo Rauin, auf die Ergebnisse seiner Längsschnittstudie, die festgestellt hat, dass gut ein Viertel der Lehrer ausgebrannt sind, ein weiteres Viertel ist auf dem Weg dorthin, eine weitere Gruppe versucht Überforderungen zu umgehen, indem sie ihre Kräfte nur sehr sparsam einsetzt, und das letzte gute Viertel engagiert sich und hat Freude bei der Arbeit. Die Studie hat auch gezeigt, dass das Problem schon am Beginn der Ausbildung zum Lehrer im Studium seinen Anfang nimmt.
Statt vermeintlich schnelle Lösungen des komplexen Problems durch den Einsatz von pädagogisch ungelerntem Personal erzwingen zu wollen, sind Strategien gefragt, die mittel- bis langfristig sowohl das Problem Quantität (Lehrermangel) wie auch das Problem Qualität (Berufsverständnis) lösen können.

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Artikel zur Fachtagung “Auf den Lehrer kommt es an” im Deutschlandfunk

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