„Wir müssen in Fachdisziplinen denken, um mehr Titel und Programme im Open Access zu ermöglichen“

Open Access in der Bildungsforschung (6): Die Situation der Verlage

INTERVIEW mit Joachim Höper (wbv Publikation) und Philipp Hess (Knowledge Unlatched) über das Finanzierungsmodell „wbv Open Library“ für Open Access-Publikationen in den Disziplinen der Erwachsenenbildung und der Berufs- & Wirtschaftspädagogik, das Verlag und Knowledge Unlatched gemeinsam aufgelegt haben. Von Rahmenbedingungen, die abgesteckt werden mussten, über Preisgestaltung, Planungsprozesse – aber auch vom Spaß, den es macht, etwas Neues auszuprobieren. Ihr Ziel: Den finanzierenden Institutionen und Bibliotheken einen disziplinorientierten Zugang zu Open Access-Publikationen zu ermöglichen.

Herr Hess, Knowledge Unlatched macht Crowdfunding für Open-Access-Titel. Wie funktioniert das?

Philip Hess: Bei Knowledge Unlatched können Verlage weltweit vor allem englischsprachige Monographie-Titel vorschlagen, die sie Open Access veröffentlichen wollen. Wir erstellen dafür verschiedene Kollektionen mit einer jeweils bestimmten Anzahl von Titeln und Themenschwerpunkten und versuchen den Betrag für die einzelnen Kollektionen bei Bibliotheken und Institutionen einzusammeln. Wenn wir den kompletten Betrag zusammenbekommen, werden alle Titel freigeschaltet. Kommen wir nicht auf eine Hundert-Prozent-Finanzierung, werden anteilig die Titel freigeschaltet, die wir finanzieren können.

Kollektionen mit verschiedenen Open-Access-Titeln werden über Crowdfunding von Bibliotheken und Institutionen finanziert.

Wie kommt der Preis für die einzelnen Titel zustande?

Philip Hess: In unserem Grundmodell „KU Select“ haben wir einen festen Preis für Frontlist-Titel, also Neuerscheinungen, die noch nicht publiziert wurden, und einen Preis für eine Kollektion mit Backlist-Titeln. Bei einer Front-List liegt der Preis pro Titel bei rund 8.000 Euro, bei einer Backlist bei knapp 2.000 Euro. Diese Preise sind festgelegt und jeder Verlag entscheidet selbst, ob diese Summe für den Titel gerechtfertigt ist oder nicht. Im zweiten Modell, dem Partnermodell, das wir auch mit wbv Publikation praktizieren, handelt es sich um eine Kollektion oder ein Paket mit einem spezifischen Verlag; hier wird der Preis gemeinsam mit dem Verlag definiert. Grundsätzlich versuchen wir, die Pakete so einfach wie möglich zu halten, zum Beispiel immer 20 Titel zu einem festen und einheitlichen Preis. Transparenz und Logik sind grundlegend, wenn man versucht, traditionelle Erwerbungsmethoden in Bibliotheken abzulösen. Wir versuchen also alles auf den Kunden abzustimmen und es für ihn so einfach wie möglich zu machen – es sind ja die Institutionen, die die Pakete kaufen und finanzieren sollen. Wenn es zu kompliziert wird, versteht – und finanziert – keiner mehr das Produkt.

Wichtig: Transparenz und standardisierter Aufbau, um traditionelle Erwerbungsmethoden abzulösen.

Kommen viele Verlage auf Sie zu?

Philip Hess: Es sind schon einige! Bei KU Select haben wir einen Stamm von 50 bis 60 Verlagen. Es ist aber schön zu sehen, dass sich auch ständig neue Verlage an uns wenden, die etwas über Open Access wissen wollen, über Distributions- und Finanzierungsmöglichkeiten – das betrifft sowohl Monographien als auch Zeitschriften. Aber wir gehen auch selbst aktiv auf Verlage zu, entweder weil wir versuchen, für Fachdisziplinen bestimmte Titel zu akquirieren, oder eben Institutionen mit der Bitte an uns herantreten, für einzelne Titel oder Schriftenreihen ausgewählter Verlage die Finanzierung zu ermöglichen.

Kunden Ihrer Open-Access-Pakete sind wissenschaftliche Bibliotheken. Wie nehmen sie diese Angebote an?

Philip Hess: Mit unserem Open-Access-Finanzierungsansatz besetzen wir ja eine Nische. Im ersten Schritt versuchen wir also herauszufinden, wo die Publikationsetats tatsächlich verwaltet werden und welche Kollektionen und Pakete für Bibliotheken oder Institutionen am interessantesten sind. Über die Jahre haben wir so ungefähr zehn Disziplinen von der Anthropologie bis zur Soziologie identifiziert, aus denen wir gezielt Kollektionen für unsere Kunden schnüren. Die kennen unseren Katalog, wissen, wie das funktioniert, und suchen sich das Paket aus, das sie haben wollen. Weltweit arbeiten wir so mit knapp 700 Bibliotheken und Institutionen zusammen, davon ungefähr 100 in Deutschland. Open Access ist bei vielen Institutionen allerdings noch ein Zusatzerwerb. Viele stehen zwar dem Prinzip des Open Access offen gegenüber und wollen das auch finanzieren, aber es wird noch sehr oft geschaut, ob die Pakete über Rest-Etats finanziert werden können. Deswegen versuchen wir uns auch über die Disziplinen – zum Beispiel die Erziehungswissenschaft – an die Institutionen zu wenden. Das Angebot von wbv Publikation ist so gesehen ein Leuchtturm in unserem Portfolio.

„Beim Open Access muss man vieles neu denken. Sich darauf einzulassen und konstruktiv neue Ansätze zu entwickeln und Wege zu gehen, ist sehr schön.“

Herr Höper, warum haben Sie die Partnerschaft mit Knowledge Unlatched gesucht?

Joachim Höper: In der Zusammenarbeit mit KU haben wir eine Chance gesehen, Rahmenbedingungen für 20 Titel zu synchronisieren, die im Folgejahr erscheinen, und so einen Finanzierungsprozess für ein ganzes Programm auf die Beine zu stellen. Aus Verlegersicht ist die Realisierung von Open-Access-Publikationen oftmals ein kleinteiliger Prozess. Auf die einzelne Publikation bezogen heißt das: Wir müssen schauen, was wollen wir für eine Publikation machen? Von welcher Universität, von welcher Institution kommt der Autor, die Autorin? Gibt es dort einen eigenen Publikationsfond für Open-Access-Titel? Und wenn ja: Kann man die Publikationen darüber finanzieren? Richtig kompliziert wird eine Open-Access-Veröffentlichung dann, wenn mehrere Autoren von verschiedenen Standorten beteiligt sind; und wenn dann noch außeruniversitäre dabei sind, wird es noch unübersichtlicher.

Für Verlage zählt Planungssicherheit – auch bei Open-Access-Veröffentlichungen.

Klar kann man auf diese Art und Weise einzelne Titel auf den Weg bringen. Komplexer wird es, wenn wir nicht nur Einzeltitel, sondern die Editionsplanung einer Reihe oder gar eines Programmbereiches anschauen. Um als Verlag gemeinsam mit den Herausgebern eine Publikationsplanung für eine Reihe zu machen, müssen wir langfristig planen und streben transparente finanzielle Rahmenbedingungen an, um den Autorinnen und Autoren die Perspektive zu geben, in einem qualitätsgesicherten disziplinspezifischen Kontext zu publizieren. Dazu brauchen wir Planungssicherheit über den einzelnen Titel hinaus. Wir wollen komplette Reihen im Open Access realisieren. Wir sind also sehr froh mit KU einen starken Partner mit viel Erfahrung zu haben, der unser Programm und unser Anliegen, Reihen im Open Access zu ermöglichen, in die Bibliotheken tragen kann. Alleine als mittelständischer Verlag könnten wir das kaum leisten.

Wieviel Publikationen sind in dem Paket enthalten?

Joachim Höper: Jeweils zehn Titel aus den Reihen, „Erwachsenenbildung und Lebensbegleitendes Lernen“ und „Berufsbildung, Arbeit, Innovation“. Wobei wir im letzten Jahr drei oder vier weitere dazu passende Titel mit in das Paket genommen haben. Die Planung von Publikationen unterliegt eigenen Logiken: Selbst wenn wir perfekt planen, kann es aus verschiedenen Gründen manchmal nicht rechtzeitig klappen. Das Corona-Jahr 2020 hat da einiges über den Haufen geworfen. Und es macht die Sache natürlich nicht einfacher, wenn man mit einem Titel-Versprechen zu den Bibliotheken geht und dann erklären muss, dass der einzelne Titel doch erst später kommen kann oder sogar ausgetauscht werden muss. Über solche Prozesse und Realitäten wollen wir gerne mit Bibliotheken ins Gespräch kommen: Sie sollen verstehen können, wie eine Publikationsplanung abläuft, und dass es – auch aus diesen Gründen – gut wäre, nicht mehr nur titelspezifisch, sondern disziplinorientiert zu denken.

Open Access durch Crowdfunding

wbv Media und Knowledge Unlatched (KU) haben ein Finanzierungsmodell für Open-Access-Publikationen in den Geistes- und Sozialwissenschaften entwickelt, das sich nicht an Universitätsstandorten, sondern an Autorinnen und Herausgebern in ihren jeweiligen Disziplinen orientiert. Die Idee: Statt des Erwerbs einer Campuslizenz durch die Hochschulbibliotheken werden die Publikationen über ein Konsortialmodell im Open Access veröffentlicht. Institutionen wie Bibliotheken, Universitäten oder wissenschaftliche Einrichtungen bezahlen vorher einen festgesetzten Betrag für eine bestimmte Liste von Publikationen, die dann der Scientific Community kostenlos zur Verfügung stehen. KU stellt dabei mehrere Publikations- bzw. Finanzierungsmodelle zur Auswahl

Wie blickt wbv Publikation auf die Finanzierung von Open-Access-Titeln?

Joachim Höper: Eines ist wichtig zu verstehen: Verlagen geht es bei der Finanzierung von Open-Access-Titeln nicht darum, Geld für entgangene Umsatzerlöse einzusammeln. Die Betrachtungsweise ist eine gänzlich andere: Es gilt, die verlegerischen Leistungen zur Realisierung der Open-Access-Publikationen zu finanzieren. Wir gewährleisten und organisieren die Prozesse der formalen und fachlichen Qualitätssicherung, wir stoßen bei Herausgebern vieles an, schlagen selbst Manuskripte vor. Wir erarbeiten Satz und Layout und erzeugen die Metadaten für den digitalen Vertrieb. Wir machen Werbung für die Publikation und dokumentieren nach Erscheinen Downloads und Verbreitung über die verschiedenen Kanäle. Für eine Publikation mit circa 300 Seiten kalkulieren wir als Eckwert derzeit ca. 7.290 Euro netto. In der Zusammenarbeit mit KU finanzieren wir das mit einem kleineren Anteil von Autorenseite und einem größeren Anteil über das Crowdfunding. Wenn wir noch mehr Bibliotheken dafür gewinnen können, kann die Autorenbeteiligung entfallen.

Welche Bibliotheken beteiligen sich denn an diesem wbv-Paket?

Joachim Höper: Das sind viele Bibliotheken, die Erwachsenenbildung und Berufs- und Wirtschaftspädagogik oder verwandte Disziplinen in der Erziehungswissenschaft an ihren Universitäten in Lehre und Forschung begleiten. Als Verlag ist es uns sehr wichtig, dieses Open-Access-Modell mit KU aus der Perspektive der ganzen Disziplin anzugehen. Deshalb sprechen wir auch die disziplinnahen Institutionen an und freuen uns zum Beispiel, dass wir das Bundesinstitut für Berufsbildung für den Bereich Berufs-und Wirtschaftspädagogik im Boot haben und das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung – und auch das DIPF hat im ersten Jahr mitgemacht. In der aktuellen Runde ist auch das bifeb, das Bundesinstitut für Erwachsenenbildung in Österreich mit dabei. Das ist schön, denn wir wollen alle für die Disziplin relevanten Bibliotheken und Fachbereiche für eine Finanzierung gewinnen, für die unser Themenspektrum auch interessant ist. Das ist eine langfristige Perspektive, die wir – Verlage, Bibliotheken und Institute – gemeinsam mit den Fachinformationsdiensten und am besten auch mit den wissenschaftlichen Fachgesellschaften angehen sollten.

„Bibliotheken, Verlage und Autoren, wir alle müssen disziplinorientierter denken, um mehr Titel und Programme im Open Access zu ermöglichen.“

Warum ist Ihnen der Austausch mit den Bibliotheken so wichtig?

Joachim Höper: In der aktuellen Praxis ist eine Open-Access-Finanzierung für Bibliotheken etwas anderes als die klassische Erwerbung. Bei Erwerbungen wird überlegt, ob ein Titel für die Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hochschule, des Instituts interessant ist, und es wird – der Reputation wegen – vielleicht mal die Publikation eines wissenschaftlichen Mitarbeiters im Open Access veröffentlicht. Open-Access-Finanzierung verlangt aber einen Perspektivwechsel: Es geht nicht nur darum, Publikationen für die Forschungsgebiete einzelner Mitarbeiter zu erwerben, sondern die Forschenden als Teil einer gemeinsamen Disziplin zu verstehen! Hier wollen wir uns engagieren und erreichen, dass eine Bibliothek ihren Fachbereich auch durch Open-Access-Zugänge unterstützt und dafür Gelder aus dem Erwerbungsetat in den Open-Access-Etat überführt – selbst dann, wenn die Autorinnen oder Autoren nicht Mitglieder der eigenen Institution sind. Das nützt letztlich allen: den Kollegen in den eigenen Fachbereichen, allen in der Disziplin und auch Interessierten darüber hinaus. Open Access bietet ja auch einen Zugang für die Fachöffentlichkeit jenseits der Scientific Community.

Herr Hess, wäre es für Knowledge Unlatched dann nicht attraktiv, Kollektionen für die Disziplin der Erziehungswissenschaft anzubieten?

Philip Hess: Der Anteil der Erziehungswissenschaft in unserem Portfolio ist bisher relativ klein, von insgesamt 500 Titeln im Jahr entfallen 20 auf diesen Bereich – und das ist das wbv-Paket (lacht)! Man könnte also sagen, dass der wbv ein Exot ist. Der Vorteil beim KU-Partnerpaket ist, dass ein Verlag das Programm präsentieren kann, dass er Open Access zugänglich machen will. Bei einem „KU Select“-Paket, für das dieses Jahr zum Beispiel 65 Verlage Titel eingereicht haben, können wir keine einzelnen Verlage vorstellen – wir bieten unsere Titellisten an und fragen, ob sie in das Anschaffungsprofil passen. Das Partnerpaket bietet gegenüber „KU Select“ auch noch einen weiteren Vorteil: den „Guaranteed access“. Wenn wir die 20 Titel nicht voll finanzieren können, haben wir dennoch Geld von einigen Bibliotheken und Institutionen bekommen, denen wir den Zugang zu den 20 Titeln natürlich garantieren wollen. Sie erhalten den garantierten Zugang also wie bei einer normalen Subskription über Zugriffsrechte auf die nicht finanzierten Titel.

Herr Höper, hätten Sie denn Interesse an einem Paket, das sich aus Titeln mehrerer Verlage zusammensetzt?

Joachim Höper: Gemeinsam mit KU und Verlagen wie transcript, Barbara Budrich oder Waxmann engagieren wir uns ja schon bei Enable, einer Initiative, die gemeinschaftlich und partnerschaftlich eine auf Open Science ausgerichtete Open-Access-Publikationskultur in den Social Sciences und Humanities entwickeln will. Wir überlegen, wie Verlage mit Bibliotheken, mit Fachinformationsdiensten, mit Fachbuchhandel und auch mit Fachgesellschaften gemeinsam Rahmenbedingungen für Open-Access-Publikationen organisieren können. Und um einen Anfang zu machen, haben wir vorab mit KU das Verlagspaket gestartet. Mittelfristig scheint es mir aber durchaus möglich, ein disziplinspezifisches Paket mit mehreren Verlagen anzubieten. Aber mit der Anzahl der Akteure steigen natürlich auch die Abstimmungsprozesse und die Komplexität.

Gibt es noch weitere Ideen, das Open-Access-Prinzip in der Erziehungswissenschaft voranzubringen?

Joachim Höper: Wir wünschen uns, dass sich noch mehr Bibliotheken an solch innovativen Finanzierungsmodellen beteiligen. Steigt die Zahl der Akteure, können wir die aktuell noch notwendige Autorenbeteiligung reduzieren oder gar kompensieren. Dazu haben wir das Projekt „OAdine – Open Access disziplinorientiert nachhaltig ermöglichen“ aufgesetzt, bei dem das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) während der Projektdauer den Autorenanteil übernimmt. In diesem Jahr wollen wir mit Bibliotheken, mit Institutionen und Fachinformationsdiensten darüber diskutieren, welche Bedingungen notwendig sind, um sich als Institution an solchen Finanzierungsmodellen zu beteiligen. Es reicht meiner Ansicht nicht, institutionell Open-Access-Strategien zu verkünden und dann zu sagen, dass man sich nicht an Crowdfunding beteiligen kann, weil dann ja auch institutsfremde Personen etwas davon haben. Da wird die Open-Access-Idee ad absurdum geführt. In dem Projekt planen wir Experten-Interviews und begleitende Workshops, um solche Hindernisse zu identifizieren und Lösungswege zu beschreiben. Im Grunde führen wir damit fort, was wir mit KU und der Crowd-Finanzierung angefangen haben, um es auch auf andere Programmbereiche und Disziplinen übertragbar zu machen.

Ist der wbv Trendsetter beim Open Access in den Bildungswissenschaften?

Joachim Höper: Es freut uns, wenn wir so wahrgenommen werden. Wir sind seit 2009 im Bereich Open Access aktiv unterwegs und haben mittlerweile sehr viele Sachen ausprobiert. Vieles hat geklappt, manches war auch ein Irrweg. Aber es ist wichtig, eigene Ideen zu entwickeln oder mit Partnern einfach mal kreativ etwas zu wagen.

„Natürlich ist Crowdfunding ein gewagtes Modell – man weiß nie, ob man sein Angebot finanziert kriegt.“

Ich persönlich bin auch gespannt, wie viele Bibliotheken und Institutionen sich in den nächsten Jahren solchen Modellen gegenüber aufgeschlossen zeigen und aktiv Open Access ermöglichen. Das ist auch eine Frage des Mindsets in Bibliotheken. Es gibt auch einige, die erst mal schauen, was die anderen machen, und dann davon profitieren. Deshalb ist das eine Aufgabe der Leitungsebene in Bibliotheken, die OA-Beauftragten mit der Erwerbungsleitung zusammen zu bringen und solche Modelle zu diskutieren.

Herr Höper, was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Joachim Höper: Drei Wünsche hätte ich: Erstens wünsche ich mir, dass sich Bibliotheken verstärkt fragen, was sie mit ihrer Erwerbungspraxis für die Disziplin tun können und nicht nur für die Mitarbeiter*innen ihrer eigenen Institution. Zweitens wünsche ich mir, dass man bei Open-Access-Publikationen nicht nur über Preise und Budgets spricht, sondern auch über die dahinter liegenden Leistungen wie Distribution und Service. Und drittens wünsche ich mir ein neues Mindset aller Beteiligten, um Open Access community- und disziplinorientiert zu denken und anzupacken.

Herr Höper, Herr Hess – vielen Dank für das Gespräch!

Joachim Höper ist in der Geschäftsleitung bei wbv Media in Bielefeld und dort verantwortlich für den Geschäftsbereich wbv Publikation, in dem alle Verlagsaktivitäten gebündelt sind. Bei wbv-Publikationen erscheinen jährlich über 100 bis 150 Novitäten in den Programmen Geistes- und Sozialwissenschaften, Bildung und Beruf, Verwaltung und Recht, inklusive der Imprints ATHENA Verlag (Oberhausen) und Schneider Verlag (Hohengehren).

Philip Hess ist Head of Publisher Relations bei Knowledge unlatched, einem Open-Access-Dienstleister, der als gemeinnützige GmbH in Berlin registriert ist. KU bietet ein Crowdfunding-Modell zur Unterstützung von Open-Access-Paketen für Buch- und Zeitschrifteninhalte sowie zur Finanzierung von Partnerschaften.


Dieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Christine Schumann für Deutscher Bildungsserver


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